Holstein Kiels Trainer Marcel Rapp (r.) spricht mit seinen Profis. © Witters

Teamcheck Holstein Kiel: Die "Störche" suchen Stabilität

Stand: 12.01.2022 10:30 Uhr

Die bisherige Zweitliga-Serie von Holstein Kiel war geprägt von einem unfreiwilligen Trainerwechsel und wechselhaften Leistungen. Fürs Saisonziel "Etablierung in der Zweiten Liga" sollte es bei den "Störchen" aber trotzdem reichen.

von Matthias Heidrich

So lief die bisherige Saison

Eine 0:3-Pleite zum Auftakt beim FC St. Pauli, aber die 3:0-Revanche zum Jahresabschluss im eigenen Stadion gegen die Kiezkicker: Es ging ziemlich hin und her bei den "Störchen" in den ersten 18 Spielen der Saison. Wobei die "0" bei Kiel und die "3" beim Gegner in den ersten drei Saisonpartien Programm waren. Auch gegen Schalke und Regensburg hagelte es ernüchternde Niederlagen nach einer Saison 2020/2021, die für die KSV fast mit dem Bundesligaaufstieg geendet hätte.

Doch die "Störche" fingen sich, stoppten den freien Fall mit zwei Remis (in Düsseldorfund Karlsruhe) und dem zwischenzeitlichen ersten Saisonsieg gegen Aue. Hinter den Kieler Kulissen herrschte allerdings schon längst eine schwierige Gemengelage, die Ende September in einer, genau,0:3-Pleite gegen Hannover 96 und dem folgenden Rücktritt von Trainer Ole Werner gipfelte.

Mit Interimscoach Dirk Bremser an der Seitenlinie stürzten die "Störche" überraschend Tabellenführer Paderborn, ehe es postwendend eine 0:2-Heimpleite gegen Hansa Rostock setzte.

Marcel Rapp trat Anfang Oktober als neuer Chefcoach an, um die Schleswig-Holsteiner zu stabilisieren. Unter dem vormaligen Nachwuchstrainer der TSG Hoffenheim lieferten die "Störche" zunächst stabil Unentschieden ab, gleich drei in Folge, ehe gegen Dresden der erste Sieg unter Rapp gelang.

Wer kommt, wer geht?

In Kiel ruht der See in puncto Wintertransfers noch still. Fakt ist, dass die "Störche" immer noch an den Sommerabgängen von Leistungsträgern wie Jae-Sung Lee (Mainz), Janni Serra (Bielefeld) oder Jonas Meffert (HSV) zu knabbern haben.

Als Meffert-Ersatz wird das KSV-Interesse an Adrian Fein kolportiert. Der defensive Mittelfeldmann steht noch beim FC Bayern München unter Vertrag, ist zurzeit an Greuther Fürth ausgeliehen, kommt dort aber kaum zum Zug. Dass der 22-Jährige Potenzial hat, ist unbestritten. Auf den Durchbruch wartet Fein trotzdem noch. Die Ruhe an der Kieler Förde hat aber schon so manchem Kicker geholfen, sein Talent richtig zu entwickeln.

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Fein wäre ein Mann für die "Sechs", der NDR Datencheck hat beim Rapp-Team allerdings die Kaderbaustellen eher in den Bereichen "klassischer Flügelspieler" für die rechte Außenbahn und "Knipser" für den Sturm ausgemacht. Für Ersteres wäre vielleicht sogar Ahmet Arslan eine Option. Der Allrounder geht bei Holstein Kiel quasi als "Neuzugang" durch. Er feierte gerade sein Testspiel-Comeback nach einem Kreuzbandriss. Und auch Defensivspezialist Marco Komenda ist nach seinem Mittelfußbruch auf dem Weg zurück und würde Trainer Rapp mehr Möglichkeiten bieten.

Der Trainer: Marcel Rapp

13 Punkte in neun Spielen unter dem neuen Coach hat die KSV geholt: Solide, aber Tabellenplatz zwölf mit lediglich vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang 16 ist keinesfalls eine komfortable Situation. "Wir haben einen Tick zu wenig Punkte, aber wir sind auf einem guten Weg", sagt Rapp, der den Ansatzpunkt vor allem in der Offensive sieht: "Wir haben immer viele Chancen, schießen aber relativ wenig Tore." 23 in 18 Spielen sind in der Tat eine mäßige Ausbeute. Die Grundlagen stimmen für den 42-Jährigen aber trotzdem.

"Die Jungs lassen in jedem Spiel alles auf dem Platz. Das erwarten wir aber auch." Marcel Rapp

Sportchef Uwe Stöver ist jedenfalls fest davon überzeugt, mit Rapp den passenden Coach nach dem Werner-Schock gefunden zu haben: "Er passt zur KSV Holstein, weil er geerdet und bodenständig ist, weil er jung, ambitioniert und wissbegierig ist."

Erwartungen an die Saison

Die vergangene Saison verlief mit dem Durchmarsch bis in die Bundesliga-Relegation weitaus besser als erwartet. Für die Serie 2021/2022 hatten die Kieler trotzdem im Sommer erneut das bescheidene, aber realistische Ziel "Etablierung in der Zweiten Liga" ausgegeben. Mit dem Blick eher nach unten als nach oben, hinken die "Störche" ihren Ansprüchen aktuell hinterher. Allerdings ließ nicht zuletzt der Erfolg gegen Spitzenreiter St. Pauli vor der Pause aufhorchen. "Daran wollen wir anknüpfen", sagt Rapp.

Muss sein Team auch. Zum Auftakt am 16. Januar (13.30 Uhr, im NDR Livecenter) geht es für die KSV zum Tabellenvierten FC Schalke 04. Bringen die Kieler ihr fußballerisches Potenzial konstant auf den Platz, dürfte die angestrebte Etablierung in Liga zwei aber eigentlich kein Problem sein.

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