Stand: 29.09.2018 18:30 Uhr

Tabellenführer? Erste Saisonpleite für Werder

von Matthias Heidrich, NDR.de
Bremens Milos Veljkovic (l.) sah bereits nach 36 Minuten Gelb-Rot.

Bundesligist Werder Bremen hat die Chance verpasst, zumindest kurzfristig an die Tabellenspitze zu springen und am sechsten Spieltag beim VfB Stuttgart seine erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. 1:2 (0:1) hieß es am Ende. Für die Schwaben war es der erste Saisonsieg. In einer ereignisreichen Partie hatten die überlegenen Bremer früh einen Platzverweis kassiert, dann von einem kuriosen "Einwurf-Eigentor" der Stuttgarter profitiert, ehe es am Ende sogar ein Debakel für die Hanseaten hätte werden können. "Es war eine unglückliche und aus meiner Sicht auch unverdiente Niederlage. Es ist beeindruckend, was meine Mannschaft gemacht hat, auch vom Mentalen her. Ich bin wirklich richtig stolz auf die Jungs", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt.

Werder spielt, Stuttgart trifft

6.Spieltag, 29.09.2018 15:30 Uhr

VfB Stuttgart

2

Werder Bremen

1

Tore:

  • 1:0 Donis (19.)
  • 1:1 Zieler (68., Eigentor)
  • 2:1 Castro (75.)

VfB Stuttgart: Zieler - Beck, Baumgartl, Pavard, Sosa - Aogo (52. Castro) - Ascacibar, Gentner (74. Gonzalez) - Didavi - Donis (61. Thommy), Mar. Gomez
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Bargfrede (67. Pizarro), Moisander - N. Sahin - M. Eggestein, Klaassen, Augustinsson (67. Harnik) - Osako (80. F. Kainz), M. Kruse
Zuschauer: 58569 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Kohfeldt nahm im Vergleich zum Heimsieg gegen Hertha Philipp Bargfrede in die Startelf. Dafür saß Martin Harnik zunächst auf der Bank. Eine etwas defensivere Ausrichtung, trotzdem legte Werder von Beginn an den Vorwärtsgang ein. Allein Yuya Osako hatte in der Anfangsviertelstunde drei passable Einschussmöglichkeiten (3., 5., 9.). Bei Max Kruses Versuch aus der Distanz (18.) war VfB-Keeper Ron-Robert Zieler auf dem Posten. Bremen beherrschte die Partie mit gepflegtem Kombinationsspiel, die konternden Stuttgarter stellten sie nach 19 Minuten auf den Kopf. Nach einem Fehlpass von Davy Klaassen am Strafraum der Gastgeber schalteten die Schwaben schnell um. Daniel Didavi spielte einen Weltklasse-Pass auf Anastasios Donis, der den herausstürzenden Jiri Pavlenka umkurvte und zum 1:0 traf.

Veljkovic sieht nach 36 Minuten Gelb-Rot

Milos Veljkovics Stellungsspiel hatte zuvor ebenfalls zu wünschen übrig gelassen. Für den Serben war es ein gebrauchter Tag. Noch vor der Pause war sein Auftritt beendet. In der zehnten Minute hatte der Werder-Verteidiger den starken Didavi umgerissen und Gelb kassiert. In der 36. Minute zupfte der 23-Jährige den erneut enteilten Spielmacher wieder am Arm, der dankbar fiel. Veljkovic sah eine mit Verlaub dämliche Gelb-Rote Karte.

Osako Weltklasse, Eggestein an den Pfosten

Die zweite Hälfte begann mit einem Volleyschuss von Kruse, den Zieler parierte (46.). Werder war zwar ein Mann weniger, bestimmte aber trotzdem das Geschehen und drängte den lauernden VfB in die Defensive. Bremens Angriff in der 58. Minute hätte eigentlich ein Tor verdient gehabt. Osakos Ballannahme und der anschließende Pass in die Tiefe liefen unter dem Prädikat Weltklasse. Eggestein zog direkt ab, traf aber nur den Pfosten.

Kurioses "Einwurf-Eigentor" bringt Werder den Ausgleich

Nach 67 Minuten setzte Kohfeldt alles auf eine Karte. Er brachte mit Martin Harnik und Claudio Pizarro zwei Stürmer und nahm die defensiven Bargfrede und Ludwig Augustinsson raus. Nur eine Minute später stand es 1:1, damit hatten die Hanseaten aber nichts zu tun. Denn Borna Sosa unterlief ein "Einwurf-Eigentor"! Der Linksverteidiger wollte zu Zieler zurückwerfen, der hatte aber nicht aufgepasst und wurde vollkommen überrascht. Der VfB-Keeper versuchte noch, den Ball zu stoppen, doch der hoppelte über seinen Spann und ins Tor. Hätte Zieler das Spielgerät nicht berührt, hätte es lediglich Ecke für Werder gegeben. So war er drin und die offizielle Statistik verzeichnete ein Eigentor des ehemaligen Nationalkeepers - eines der kuriosesten der Bundesligageschichte.

Pizarro traf kurz darauf erneut den Pfosten für Werder, das nun am Sieg schnupperte, in der 75. Minute aber kalt erwischt wurde. Nach einem Querschläger von Nuri Sahin markierte Gonzalo Castro das 2:1 für Stuttgart. Bremen warf nun alles nach vorne und machte komplett auf. Die Folge waren zahlreiche VfB-Chancen. Allein Nicolas Gonzalez hätte einen Kantersieg für die Stuttgarter herausschießen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 29.09.2018 | 15:00 Uhr