Stand: 25.01.2019 13:33 Uhr

St. Pauli: Mit "Fußball-Gott" Meier in die Bundesliga?

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Der FC St. Pauli gehört zu den Überraschungsteams in der Zweiten Bundesliga. Mit einer fast unveränderten Mannschaft ging der Beinahe-Absteiger der vergangenen Spielzeit in die Saison und hat sich in der Spitzengruppe festgesetzt. Als Tabellendritter überwinterten die Hamburger. Ist ihnen sogar der Aufstieg in die Bundesliga zuzutrauen? Der Teamcheck.

So lief die Hinrunde

St. Pauli startete mit zwei Siegen, anschließend folgten allerdings drei Niederlagen. Es blieb die einzige Durststrecke in der Hinrunde. Die Hamburger glänzten fußballerisch zwar selten, präsentierten sich aber stets als Einheit mit einer meist robusten Defensive. Mit drei Siegen am Stück zum Jahresende schob sich St. Pauli noch auf Rang drei vor - lediglich drei Punkte hinter Tabellenführer Hamburger SV. "Wer hätte uns das zugetraut?", bemerkte Innenverteidiger Philipp Ziereis zu Recht. Bemerkenswert: Die Norddeutschen haben in Heim- und Auswärtsspielen eine identische Bilanz: In jeweils neun Partien gab es jeweils 17 Punkte.

Wer kommt, wer geht

Kapitän Bernd Nehrig verabschiedete sich in der Winterpause Richtung Braunschweig. Allerdings spielte er in der Hinrunde ohnehin nur eine Nebenrolle, ebenso wie Cenk Sahin (auf Leihbasis zum FC Ingolstadt). Noch weniger zum Einsatz kam Clemens Schoppenhauer, der zum VfR Aalen wechselte. Unfreiwillig muss Trainer Kauczinski bis zum Saisonende auf die verletzten Ziereis und Henk Veerman (beide Kreuzbandriss) verzichten.

Deshalb wurde St. Pauli noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv und landete einen echten Coup: "Fußball-Gott" Alexander Meier unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende und kehrte zu jenem Verein zurück, bei dem er vor mehr als 15 Jahren seine ersten Schritte im Profi-Fußball machte. Wie sehr kann er helfen? Der 36 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig absolvierte in den vergangenen 22 Monaten genau 22 Pflichtspielminuten für seinen Ex-Club Eintracht Frankfurt und war zuletzt vereinslos. "Das Tore schießen verlernt man nicht. Es ist unser Auftrag, ihn fit zu kriegen", so Trainer Markus Kauczinski. Der polnischen U20-Nationalspieler Jakub Bednarczyk ist hingegen eher ein Perspektivspieler, der sich zunächst in der Regionalliga-Mannschaft bewähren soll.

Der Trainer: Markus Kauczinski lobt den Teamgeist

Kauczinski legt Wert auf taktische Flexibilität und unterstreicht immer wieder, dass er von seinen Spielern erwarte, verschiedene Systemen spielen zu können. Das größte Plus des Tabellen-Dritten, das betonen fast alle Profis, ist aber der Teamgeist. "Wir sind viel über die mannschaftliche Geschlossenheit gekommen", sagte auch Kauczinski.

St. Pauli gelang es häufig, sich in Partien regelrecht hineinzubeißen, auch wenn der Gegner spielerisch überlegen war. Die gute Stimmung im Team zu erhalten und fußballerische Fortschritte zu machen, nahm sich der Coach als Aufgaben für die Winterpause vor. Nach allgemeiner Einschätzung ist dies gelungen. Vor allem das Trainingslager in Spanien lobten die Spieler in höchsten Tönen.

Ausblick auf die Restrunde

St. Pauli geht mit einer guten Ausgangsposition und einem ausgeglichenen Kader in die verbleibenden 16 Partien. Die Schwergewichte HSV und Köln sowie der ewige Aufstiegskandidat Union Berlin haben deutlich mehr Druck als das Kauczinski-Team, das mit einem Auswärtsspiel in Darmstadt ins neue Jahr startet, dann im ersten Heimspiel den direkten Verfolger Union empfängt und anschließend nach Köln reist. Keine schlechte Konstellation, um direkt wieder Euphorie am Millerntor zu entfachen. "Natürlich wäre es super, wenn wir gut starten", sagte der neue Kapitän Johannes Flum.

Sollte dies gelingen, Meier einen akzeptablen Fitness-Zustand erreichen und die Mannschaft weiterhin derart robust und selbstbewusst auftreten wie in den letzten Partien vor der Winterpause, ist Rang drei und somit das Erreichen der Relegation für den FC St. Pauli durchaus möglich.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.03.2019 | 19:30 Uhr

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