Stand: 09.09.2017 16:47 Uhr

RB Leipzig erdet Hamburger Höhenflieger

von Christian Görtzen, NDR.de
Leipzigs Torschütze Naby Keita (l.) und Lewis Holtby kämpfen um den Ball.

Der Traum von der Rückkehr an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga hat sich für den Hamburger SV nicht erfüllt. Nach zuvor zwei Siegen in den ersten beiden Saisonspielen musste sich die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol am Freitagabend einem stark aufspielenden Team von RB Leipzig zu Recht mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Vor 50.231 Zuschauern im Volksparkstadion erzielten Naby Keita und Timo Werner die Tore für die Gäste. Der HSV, der weiter auf seinen 500. Heimsieg in der Bundesliga warten muss, rutschte mit seinen sechs Punkten vom dritten vorerst auf den fünften Tabellenplatz ab. Die Norddeutschen haben die Reifeprüfung gegen ein Spitzenteam der Bundesliga nicht bestanden. "Wir hatten gute Chancen", befand HSV-Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier. "Es ist bitter. Leipzig war am Ende besser. Aber wir müssen weiter so positiv arbeiten."

Kostic vergibt kläglich

3.Spieltag, 08.09.2017 20:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 0:2


  • RB Leipzig

Tore: 0:1 Keïta (67.) 0:2 Ti. Werner (75.)
Hamburger SV: Mathenia - Diekmeier, K. Papadopoulos, G. Jung, van Drongelen (71. Sakai) - Ekdal (74. Schipplock), Walace - Hahn, L. Holtby, Kostic (37. L. Waldschmidt) - Wood
RB Leipzig: Gulacsi - Bernardo (59. Klostermann), Orban, Upamecano, Halstenberg - Keïta, Demme - Sabitzer, Bruma (69. Kampl) - Augustin (78. Y. Poulsen), Ti. Werner
Zuschauer: 50231

Weitere Daten zum Spiel

Gisdol hatte im Vergleich zum Spiel beim 1. FC Köln (3:1) zwei Wechsel vorgenommen. Innenverteidiger Mergim Mavraj fehlte wegen einer Gelb-Rot-Sperre, Mittelfeldspieler Aaron Hunt aufgrund eines Muskelfaserrisses. Gideon Jung rückte ins Abwehrzentrum, den anderen freigewordenen Platz in der Startelf nahm Lewis Holtby ein. Die Position im Angriff besetzte Bobby Wood, der erst einen Tag zuvor von WM-Qualifikationsspielen mit dem US-Team zurückgekommen war. Den besseren Start in die Partie legten die Sachsen hin: Nach guter Vorarbeit von Werner bot sich Jean-Kévin Augustin am Fünf-Meter-Raum die Chance zur frühen Führung nach acht Minuten, doch der Zugang von Paris Saint-Germain traf nur den Außenpfosten. Drei Minuten später warf sich HSV-Kapitän Kyriakos Papadopoulos gerade noch rechtzeitig in einen Flachschuss von Willi Orban. Die Norddeutschen benötigten eine gewisse Anlaufzeit, nach 20 Minuten wurden sie aber mutiger. Umgehend gab es gute Möglichkeiten: durch Wood, der noch von Diego Demme gestört wurde (21.); durch Filip Kostic, der aus freier Position kläglich den Ball zwei Meter am rechten Pfosten vorbeischoss (24.) oder durch Walace, dessen Aufsetzer ebenfalls knapp das Tor verfehlte (27.).

Videobeweis: kein Foulelfmeter

Unmittelbar vor der Pause wurde es dann turbulent. Zunächst hatte Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) bei einem Zweikampf von Albin Ekdal gegen Werner auf Foulelfmeter entschieden. Es kam aber zum Videobeweis. Die Assistenten vor den Bildschirmen in Köln teilten Aytekin schließlich über sein Headset mit, dass Ekdal zunächst den Ball in Richtung Toraus gespielt und erst danach den Fuß des RB-Offensivspielers getroffen hatte. Der Unparteiische entschied sich um, es ging mit Eckball für Leipzig weiter. Der brachte aber nichts ein. Zur Pause hieß es 0:0.

Traumtore durch Keita und Werner

Auch der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte den Sachsen. Dieses Mal allerdings erspielten sie sich aus ihrer Überlegenheit zunächst keine Chancen - das lag auch daran, dass Papadopoulos seinem Gegenspieler Werner im Strafraum geschickt den Ball wegspitzelte (61.). Anders als im ersten Durchgang ließ der Champions-League-Teilnehmer aber nicht locker, und das zahlte sich aus. Marcel Sabitzer führte einen Freistoß schnell aus und passte den Ball zu RB-Topstar Keita. Der guineische Nationalspieler verschaffte sich durch eine flinke Körperdrehung etwas Spielraum, machte ein paar Schritte und schoss fulminant aus annähernd 22 Metern zur 1:0-Führung (67.) ein. HSV-Keeper Christian Mathenia war noch mit den Fingerspitzen am Ball dran. Der eingewechselte Sven Schipplock hätte in der 74. Minute den Ausgleich erzielen können. Der Ball sprang ihm auf die Oberschenkel und von dort Richtung RB-Tor, doch Keeper Peter Gulasci wehrte mit einem Reflex ab. Direkt danach wurde es rasant: Mit einem Pass in die Tiefe setzte Kevin Kampl seinen Teamkollegen Werner in Szene. Und der vollbrachte ein außergewöhnliches Tor. Nachdem er im Vollsprint zuerst Diekmeier und danach Gotoku Sakai abgeschüttelt hatte, behielt er die Nerven und überwand Mathenia zum 2:0 (75.) für RB. Die Partie war damit entschieden.

Bitter für die Hamburger: Filip Kostic zog sich eine Oberschenkelzerrung zu und fällt mindestens vier Wochen aus. "Das trifft uns", sagte HSV-Sportchef Jens Todt, der auf den ohnehin kleinen Kader des HSV verwies. Auch Rick van Drongelen und Albin Ekdal sind angeschlagen, sie dürften aber nicht schwerer verletzt sein.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 10.09.2017 | 22:50 Uhr

HSV: Peters fordert Emanzipation von Kühne

Beim Hamburger SV steht ein Umbruch im Aufsichtsrat bevor. Der Vorsitzende Andreas Peters tritt am Ende des Jahres zurück - und fordert, sich nach neuen Investoren umzugucken. mehr

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

30 Bilder

Der HSV-Kader für die Saison 2017/2018

Von Keeper Christian Mathenia über Lewis Holtby bis hin zu Stürmer Bobby Wood. Das Aufgebot des Bundesligisten Hamburger SV in Bildern. Bildergalerie

Mehr Sport

01:29

Derbysieg! Meppen schlägt Osnabrück

21.09.2017 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:16

Quo vadis, Rothenbaum?

21.09.2017 12:25 Uhr
NDR Info