Stand: 01.05.2019 20:22 Uhr

Pajor trifft - VfL-Frauen erneut Pokalsieger

von Hanno Bode, NDR.de

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum fünften Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen. Die Niedersächsinnen setzten sich am Mittwochabend im Finale in Köln gegen den Bundesliga-Rivalen SC Freiburg mit 1:0 (0:0) durch. Die polnische Nationalspielerin Ewa Pajor erzielte in der 55. Minute das entscheidende Tor gegen ersatzgeschwächte, aber eine Hälfte lang überraschend starke Breisgauerinnen. "Das war ein großer Kampf. Besonders in der ersten Halbzeit hat das Freiburg hervorragend gemacht und uns vor einige Probleme gestellt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann unsere Klasse auf den Platz gebracht und verdient das Tor gemacht", sagte Wolfsburgs Coach Stephan Lerch im Interview mit dem NDR Hörfunk: "Wir haben ein sehr hochwertiges Fußballspiel gesehen."

Hansen verpasst frühe VfL-Führung

Im Duell zweier Mannschaften, die sich "nicht so besonders mögen" (VfL-Verteidigerin Babett Peter), besaß der Titelverteidiger bereits nach drei Minuten seine erste gute Chance. Caroline Graham Hansen wurde mustergültig von Pajor bedient und kam aus halbrechter Position im Strafraum zum Abschluss, den etwas überhasteten Schuss der Norwegerin konnten die Freiburgerinnen aber blocken. Der frühen Gelegenheit zum 1:0 konnte der Favorit erst einmal keine gelungene Offensivaktion mehr folgen lassen. Die Niedersächsinnen taten sich im Spielaufbau ungewohnt schwer, was zum großen Teil auf dem aggressiven Pressing des Kontrahenten gründete.

Dezimierter Sportclub verzweifelt an Schult

Der Sportclub griff die ballführende Wolfsburgerin nahezu immer zu zweit an und provozierte so Fehlpässe. Und die Umschaltbewegung des Außenseiters war in den ersten 45 Minuten formidabel. Das Resultat war ein Chancenplus der ersatzgeschwächten Breisgauerinnen zur Halbzeit. Coach Jens Scheuer musste auf die nicht einsatzfähigen Kim Fellhauer, Hasret Kayikci, Jobina Lahr, Carolin Schiewe und Verena Wieder verzichten. Stammkeeperin Merle Frohms (von 2011 bis 2018 bei den "Wölfinnen" unter Vertrag) saß wegen einer Fingerverletzung zudem nur auf der Bank. Anja Hegenauer (9.), Klara Bühl (13), Sharon Beck (26., 36.) und Sandra Starke (29.) verfehlten das Ziel entweder knapp oder sie scheiterten an der sehr guten Keeperin Almuth Schult.

Künzer: "Freiburg macht das sehr, sehr gut"

Auf der Gegenseite wurde der VfL erst kurz vor der Pause wieder gefährlich. Zsanett Jakabfi (39.) und Pajor per Fallrückzieher (41.) fanden ihre Meisterin in Frohms-Vertreterin Lena Nuding. "Die Freiburgerinnen machen das wirklich sehr, sehr gut. Die Frage ist, wie lange sie dieses intensive Spiel durchhalten werden", sagte ARD-Expertin Nia Künzer vor Beginn des zweiten Durchgangs.

Harder an den Pfosten - Pajor staubt ab

Die Welt- und Europameisterin sowie Olympiasiegerin ahnte wohl schon, dass der Sportclub seinem enorm hohen Aufwand Tribut würde zollen müssen. Und so kam es dann auch. Der Bundesliga-Siebte hatte nach dem Seitenwechsel nicht mehr viel zuzusetzen, während die Wolfsburgerinnen nun wesentlich ballsicherer und konzentrierter auftraten. Jetzt kam auch ihre höhere individuelle Qualität mehr zum Tragen. So ließ Ausnahmestürmerin Pernille Harder zwei Gegenspielerinnen vor dem 1:0 durch Körpertäuschungen ins Leere laufen. Der Schuss der Dänin prallte an den Pfosten und von dort aus vor die Füße von Pajor, die nur noch einzuschieben brauchte.

Die 22-Jährige verpasste später zwar zweimal freistehend die Vorentscheidung - Nuding parierte jeweils glänzend (75., 86.) -, doch das fiel letztlich nicht groß ins Gewicht. Denn in der Schlussphase geriet Wolfsburgs Erfolg gegen entkräftete Breisgauerinnen nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 01.05.2019 | 22:40 Uhr