Trainer Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg (l.) und Adolf Hütter von Eintracht Frankfurt © imago images/Revierfoto

Österreicher unter sich: VfL-Coach Glasner gegen Frankfurts Hütter

Stand: 11.12.2020 08:00 Uhr

Der VfL Wolfsburg empfängt am heute (20.30 Uhr) Eintracht Frankfurt. Dabei trifft der Österreicher Oliver Glasner mit den "Wölfen" auf Adi Hütter. Mit seinem Landsmann hat er noch eine Rechnung offen.

"Als Österreicher hast du es natürlich schwer", sagte Hütter jüngst in der Quizsendung "Die Millionenshow", der österreichischen Version von "Wer wird Millionär", mit Blick auf seinen Start in Deutschland. "Man muss sich schon Respekt verschaffen. Am Anfang konnten die meisten mit dem Namen relativ wenig anfangen."

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Dabei hatte der 50-Jährige vor seinem Wechsel nach Frankfurt 2018 bereits elf Jahre als Coach gearbeitet, zuletzt bei RB Salzburg und den Young Boys in Bern. Das mit dem Respekt sei ihm dann "ganz gut gelungen", stellte Hütter zufrieden fest. Dabei halfen ihm natürlich der siebte Rang in seiner Bundesliga-Premieren-Saison und der Siegeszug durch Europa (Halbfinale der Europa League).

"Hütter hat das Image des österreichischen Trainer gepflegt"

Ein Jahr später folgte Glasner seinem Landsmann in die Bundesliga. Und nicht von ungefähr lobte der Neu-Wolfsburger seinen Trainerkollegen: "Adi Hütter ist sicher einer, der das Image der österreichischen Trainer im Ausland hochgehalten und sehr gut gepflegt hat." Beide kennen sich aus vielen Duellen als Spieler und als Trainer. "Ich schätze ihn sehr", betonte Glasner.

Vor den beiden aktuellen Trainern aus Österreich haben in nunmehr 57 Jahren Bundesliga 13 weitere Fußball-Lehrer aus der Alpenrepublik mehr oder weniger lang als Chefcoach in Deutschland gewirkt. Darunter waren Größen wie Max Merkel und Ernst Happel, oder auch Kurt Jara, der von 2001 bis 2003 beim HSV arbeitete.

Glasner kam womöglich zugute, dass Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke bereits selbst gute Erfahrungen mit einem Trainer aus Österreich gemacht hatte. Seine erfolgreiche Zeit in Köln war eng mit Coach Peter Stöger verbunden, den Schmadtke 2013 - ebenfalls für viele überraschend - von Austria Wien geholt hatte. Allerdings war es wohl erst Liebe auf den zweiten Blick. Denn Schmadtke wollte wohl zuerst Marco Rose verpflichten, der mit Salzburg für Furore in der Champions League gesorgt hatte, sich aber für das Angebot aus Mönchengladbach entschied.

Glasner: "Wir gehen auf drei Punkte los"

In der vergangenen Saison feierten Wolfsburg und Frankfurt mit ihren österreichischen Trainern gegeneinander jeweils einen Auswärtssieg. "Wir haben durch ein sehr unglückliches Tor am Spielende zu Hause verloren. In der ersten Halbzeit haben wir sehr guten Fußball gespielt, wir waren sehr überlegen. Dann hat uns Frankfurt aber in viele Zweikämpfe verstrickt", erinnerte sich Glasner bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Er hat ohnehin als Cheftrainer eine schlechte Bilanz gegen Hütter: In der Saison 2014/2015 kassierte Glasner mit Ried gegen Hütters Salzburger drei Niederlagen und holte nur einen Punkt.

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Glasner, der gegen Frankfurt ohne Renato Steffen (Zerrung) auskommen muss, hat also durchaus noch eine Rechnung offen und geht das dritte Duell in Deutschland offensiv an: "Wir gehen auf drei Punkte los." Es wäre der vierte Heimsieg in Serie - und die "Wölfe" würden zum elften Mal ungeschlagen bleiben. Damit würden sie einen Vereinsrekord aufstellen und ihren Startrekord ausbauen.

Mögliche Aufstellungen

Wolfsburg: Casteels - Baku, Lacroix, Brooks, Roussillon - Schlager, Arnold - Brekalo, Ginczek, Klaus - Weghorst
Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, Ndicka - Durm, Rode, Ilsanker, Kostic - Kamada - Dost, Silva

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 13.12.2020 | 22:50 Uhr

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