Jasmin Fejzic (Eintracht Braunschweig) ist enttäuscht. © IMAGO / Hübner Foto: Hübner

Kommentar: Eintracht Braunschweig - Ein Abstieg mit Ansage

Stand: 23.05.2021 18:46 Uhr

Eintracht Braunschweig hat sich nach nur einer Saison wieder aus der Zweiten Bundesliga verabschiedet. Die Fehler waren eklatant, der Abstieg kommt alles andere als überraschend - und wäre dennoch vermeidbar gewesen.

Ein Kommentar von Patrick Halatsch

Jetzt ist der Abstieg also amtlich. Er ist schmerzhaft für die Eintracht-Seele. Aber er kommt alles andere als überraschend. Es ist quasi ein Abstieg mit Ansage. Und dennoch einer, der trotz aller Versäumnisse im Vorfeld am Ende absolut vermeidbar gewesen wäre. Deshalb ist er umso bitterer.

Mehrfach hatten die "Löwen" nach dem 4:0-Auswärtssieg in Osnabrück die Möglichkeit, sich selbst zu retten. Diese Chancen wurden gegen Aue und Würzburg fahrlässig vertan. Selbstzufriedenheit nach dem ersten und einzigen Auswärtssieg (!) der Saison war kein guter Begleiter.

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Der Kader sei nicht zweitligareif und der Trainer könne die Mannschaft nicht weiterentwickeln. So hatte Eintrachts sportliche Führung das Auseinanderreißen der Aufstiegsmannschaft 2020 und das Aus für Aufstiegstrainer Marco Antwerpen im vergangenen Sommer begründet.

Ein Jahr später sind die "Löwen" zurück in der Dritten Liga - mit einem anderem Trainerteam, einem überteuerten Kader und klammer Kasse.

Kader nicht ausgeglichen besetzt

Auch nach der kompletten Runderneuerung war der Kader nicht ausgeglichen besetzt. Einem Überangebot an defensiven Mittelfeldspielern standen zu wenige gelernte und zweitligataugliche Innen- und Außenverteidiger sowie torgefährliche Angreifer gegenüber.

Nick Proschwitz, in der Dritten Liga meist Ersatz, in der Zweiten Liga als Mittelstürmer gesetzt. Die gelernten Mittelfeldspieler Dominik Wydra und Jannis Nikolaou bildeten in der Hinrunde das Innenverteidiger-Duo. Eine Fehleinschätzung. Kein Team der Liga kassierte mehr Gegentreffer in den Anfangsminuten als die Eintracht. Dass die Winter-Zugänge Brian Behrendt und Oumar Diakhité in der Rückrunde das unersetzbare Innenverteidiger-Duo stellten, belegt dies.

Dazu einige überteuerte Neuzugänge, die den Beweis schuldig geblieben sind, besser zu sein als die, die nach dem Aufstieg vom Hof gejagt wurden. Von der Euphorie und Geschlossenheit eines Aufsteigers blieb so kaum etwas übrig. Die sportliche Leitung benötigte die gesamte Hinrunde und etliche taktische und nominelle Wechsel, um eine Startformation zu finden. So wurde wertvolle Zeit vergeudet, Automatismen einzustudieren.

Wieder einmal wird der Trainer gehen müssen

Da Fußball ein Ergebnissport ist, wird wieder einmal der Trainer gehen müssen. Daniel Meyer die alleinige Schuld am Abstieg zu geben, wäre allerdings falsch und unfair. Und es wäre ein Ablenken von Fehlern auf anderen Ebenen.

"Ich will mich gar nicht aus der Verantwortung stehlen. Aber mir hat schon ab und zu die Einordnung in den Gesamtkontext gefehlt. Es ist oft so, dass man dann jemanden braucht, der es verbockt hat. Wenn ich es am Ende sein soll, dann ist es eben so." Daniel Meyer

Aber nur, wenn der Verein aus den eigenen Fehlern - auch und vor allem in der Kaderplanung und -Einschätzung - lernt, wird es bei einer kurzen Stippvisite in der Dritten Liga bleiben. Falls nicht, könnte es den "Löwen" ähnlich gehen wie nach dem bis dato jüngsten Abstieg aus der Zweiten Liga 2018. Seinerzeit war die Eintracht drauf und dran, bis in die Regionalliga durchgereicht zu werden.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.05.2021 | 22:45 Uhr

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