Stand: 16.02.2020 16:05 Uhr

Kiel siegt in Aue und darf (ein bisschen) träumen

von Hanno Bode, NDR.de
Salih Özcan (l.) brachte Kiel in Aue in Führung.

Geht da noch etwas in Richtung Aufstiegsplätze für Holstein Kiel? Die Schleswig-Holsteiner sind nach ihrem 2:1 (1:0)-Erfolg am Sonntagnachmittag beim FC Erzgebirge Aue nun bereits seit sechs Spielen in der zweiten Fußball-Bundesliga ungeschlagen und haben den Rückstand auf den drittplatzierten VfB Stuttgart zumindest vorübergehend auf fünf Zähler verkürzt. Die Schwaben machen am Montagabend (20.30 Uhr) ihre Aufwartung beim VfL Bochum. Salih Özcan (42.) und Emmanuel Iyoha (63.) waren für die "Störche" erfolgreich, die den Erzgebirglern die erste Heimpleite in dieser Serie zufügten. Dimitri Nazarov traf für den viermaligen Sachsenpokalsieger (70.).

Werner: "Haben unsere guten Spielphasen genutzt"

"Wir haben das über weite Strecken sehr, sehr ordentlich gemacht im eigenen Ballbesitz, haben unsere guten Spielphasen genutzt. Wenn man sieht, dass wir heute dreimal wechseln mussten aus körperlichen Gründen, kein einzigen taktischen Wechsel vornehmen konnten, dann erklärt das auch, warum in der Schlussphase noch mal etwas Müdigkeit bei uns aufkam und der Gegner nochmal zu Chancen kam", sagte Holstein-Coach Ole Werner.

Özcan krönt schönen Kieler Angriff

22.Spieltag, 16.02.2020 13:30 Uhr

Erzgeb. Aue

1

Holstein Kiel

2

Tore:

  • 0:1 S. Özcan (42.)
  • 0:2 Iyoha (63.)
  • 1:2 Nazarov (70.)

Erzgeb. Aue: Männel - Mihojevic, Samson (85. Daferner), Rasmussen - J.-P. Strauß (78. Zulechner), Fandrich (64. Nazarov), Riese, Rizzuto - Hochscheidt - Krüger, Testroet
Holstein Kiel: Gelios - Neumann (33. Todorovic), Wahl, Thesker, van den Bergh (79. Seo) - Ignjovski - Iyoha, Mühling, S. Özcan, J. Lee - Serra (66. Porath)
Zuschauer: 8700

Weitere Daten zum Spiel

Die KSV hatte im ersten Abschnitt mehr Ballbesitz und zeigte die etwas reifere Spielanlage. Im Angriff mangelte es den Norddeutschen bis auf eine Ausnahme jedoch an Entschlossenheit und Zielstrebigkeit: Routinier Johannes van den Bergh setzte Özcan mit einem Pass in die Tiefe schön in Szene, die Köln-Leihgabe überwand Aues Keeper Martin Männel per Flachschuss ins lange Eck. Für den 22-Jährigen, der bereits im Nordduell mit dem FC St. Pauli (2:1) traf, war es das fünfte Saisontor. Viel mehr nennenswerte Offensivaktionen gab es von den Gästen in den ersten 45 Minuten nicht zu sehen. Ein Versuch aus der Distanz von Alexander Mühling (9./Männel hielt sicher) sowie Jae-sung Lees Schuss ans Außennetz (33.) fielen in die Rubrik "Halbchancen".

Die Hausherren waren der Führung hingegen einige Male ganz nah gewesen. Pascal Testroet (16.), Florian Krüger (19.) und Jan Hochscheidt (36.) besaßen gute Möglichkeiten. Pech zudem für die Sachsen, dass Schiedsrichter Robert Kampka übersah, dass Holstein-Verteidiger Stefan Thesker Krüger in der fünften Minute im Strafraum durch zwei Griffe an den Arm aus dem Gleichgewicht brachte und damit entscheidend beim Abschluss störte. Warum der Unparteiische keinen Hinweis aus dem Kölner Keller erhielt, blieb rätselhaft.

KSV in Schlussminute mit Fortune

In den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff passierte: nichts.

Die Hausherren stellten eindrucksvoll unter Beweis, warum sie im Jahr 2020 noch ohne eigenen Treffer waren. Das Team von Trainer Dirk Schuster agierte in der Vorwärtsbewegung zu kompliziert und entwickelte in vorderster Front einfach keine Durchschlagskraft. Holstein hatte das Spielgeschehen unter Kontrolle und konnte durch Iyoha nach einer hübsch anzusehenden Kombination auf 2:0 erhöhen (63.). Der 22-Jährige hatte zwar etwas Fortune, dass sein Schuss noch unhaltbar abgefälscht wurde. Doch verdient war die Resultatsverbesserung zu diesem Zeitpunkt allemal. War es das bereits mit dem Auswärtssieg? Nein! Die Hausherren meldeten sich mit einem Traumtor zurück: Der eingewechselte Nazarov verkürzte per Direktabnahme.

Es zeugt vom großen Selbstvertrauen und der fußballerischen Klasse der Kieler, dass sie sich durch das Gegentor überhaupt nicht aus der Ruhe bringen ließen. Sachlich und unaufgeregt spielte die Norddeutschen die Uhr bis in die Nachspielzeit runter. Dann hatte der Gast allerdings Fortune, dass Christoph Daferner nach einem Eckstoß freistehend den Ausgleich verpasste (90.+4).

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 16.02.2020 | 16:25 Uhr