Stand: 09.03.2020 21:11 Uhr

Hansa-Gala bei 3:0-Sieg gegen Braunschweig

von Hanno Bode, NDR.de

Hansa Rostock hat sich mit seiner wohl besten Saisonleistung im Drittliga-Aufstiegskampf zurückgemeldet. Die Mecklenburger schlugen am Montagabend Eintracht Braunschweig völlig verdient mit 3:0 (2:0) und sind nun punktgleich mit den Niedersachsen im Verfolgerfeld. Beide Nordrivalen haben lediglich drei Zähler Rückstand auf die Plätze drei und zwei. Die Partie musste bereits nach 49 Sekunden wegen des Ausfalls zweier Flutlichtmasten unterbrochen werden. Nach 20-minütiger Zwangspause spielten die Hausherren phasenweise wie im Rausch. John Verhoek (2., 90.+1) und Daniel Hanslik (14.) waren für die Hanseaten erfolgreich.

Hansa nach Unterbrechung wie im Rausch

Jens Härtel stampfte nach dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Alexander Sather (Grimma) missmutig über den tiefen Rasen des Ostseestadions in Richtung Kabine. Rostocks Coach war mächtig angesäuert. Allerdings nicht über die Leistung seiner Mannschaft, sondern eine Entscheidung des Unparteiischen kurz vor der Pause. Sather hatte einem Treffer von Aaron Opoku die Anerkennung verweigert, weil er kurz vor dem Abschluss des Offensivmanns ein Foul von Verhoek gegen Robin Becker gesehen hatte. Eine strittige Entscheidung, die Hansa das 3:0 und damit wohl auch die frühe Vorentscheidung in einer Partie kostete, in der die Hausherren eine überragende Leistung in den ersten 45 Minuten zeigten. Eine 5:1- oder 6:1-Führung wäre für die Mecklenburger gegen völlig indisponierte Braunschweiger locker möglich und sogar verdient gewesen. Offenbar war die frühe Spielunterbrechung für die Niedersachsen Gift. Sie kassierten lediglich 64 Sekunden nach dem Wiederanpfiff das 0:1. Ihre Passivität beim Zustandekommen des Treffers von Verhoek, der eine Schuss-Flanke von Nikolas Nartey in die Maschen bugsierte, war dabei erschreckend.

Rostock verpasst frühe Vorentscheidung

Und auch in der Folge bekam der BTSV überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Die "Löwen" waren mit dem Offensiv-Pressing der Rostocker völlig überfordert, stürzten im Defensivbereich von einer Verlegenheit in die nächste. Sinnbildlich für den nahezu körperlosen Auftritt der "Löwen" war das 2:0, als Hanslik von den Braunschweigern Robin Ziegele und Becker maximal halbherzig angegangen wurde, beide locker abschüttelte und vollendete. Im Anschluss besaßen zweimal Opoku (20./Pfosten, 28.) und Nartey (22.) Riesenmöglichkeiten zum dritten Hansa-Treffer. Die Eintracht besaß derweil im ersten Durchgang exakt eine nennenswerte Tormöglichkeit: Kapitän Nick Proschwitz verfehlte aus der Drehung das Ziel (9.).

Braunschweig auch nach der Pause chancenlos

27.Spieltag, 09.03.2020 19:00 Uhr

Hansa Rostock

3

Braunschweig

0

Tore:

  • 1:0 Verhoek (2.)
  • 2:0 Hanslik (14.)
  • 3:0 Verhoek (90.)

Hansa Rostock: Kolke - Riedel, Sonnenberg, Reinthaler - Neidhart (78. Ahlschwede), Butzen, Nartey, Scherff - Opoku (87. Granatowski), Verhoek, Hanslik (74. Vollmann)
Braunschweig: Fejzic - R. Becker, Ziegele, Burmeister, Kijewski - Kammerbauer - Kobylanski, Biankadi (57. Ademi) - Schwenk (36. Pfitzner) - Proschwitz (68. Bär), Pourié
Zuschauer: 12297

Weitere Daten zum Spiel

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Kräfteverhältnisse unverändert. Hansa war weiter nahezu ununterbrochen im Vorwärtsgang, betrieb jedoch weiter Chancenwucher. Verhoek (55.), Nartey (59.) und Nils Butzen (64./Latte) hätten für das 3:0 sorgen können. Erst Verhoek machte dann kurz vor Ultimo alles klar. Von der Eintracht kam mit Ausnahme einiger halbherzig vorgetragener Entlastungsangriffe derweil auch in Hälfte zwei nicht viel. Die hochgelobte Offensiv-Abteilung des Meisters von 1967 um Martin Kobylanski, Marvin Pourié und Proschwitz war eine einzige Enttäuschung. Allerdings hatte es die "Abteilung Attacke" auch nicht gerade einfach. Denn brauchbare Pässe kamen kaum einmal bei Proschwitz und Co. an. Kurzum: Braunschweig blieb den Beweis, ein Spitzenteam zu sein, an diesem Abend im Kollektiv schuldig, während Hansa mit Ausnahme des Abschlusses eine sehr reife Vorstellung zeigte, die phasenweise sogar Zweitliga-Ansprüchen genügte. "Ich bin hochzufrieden. Wir hatten unser bestes Heimspiel, seit ich hier bin. Wir haben Braunschweig nie ins Spiel kommen lassen und hatten selbst viele Möglichkeiten", analysierte Härtel. BTSV-Coach Marco Antwerpen stellte derweil ernüchtert fest: "Das war ein sehr erschreckender Auftritt."

Weitere Informationen
Tabelle der 3. Fußball-Bundesliga © Panthermedia, NDR.de/Screenshot Foto: Alexander Ricci

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 10.03.2020 | 19:30 Uhr

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