Stand: 25.11.2019 22:25 Uhr

Bittere Pleite für Hannover 96 bei Kocak-Debüt

von Hanno Bode, NDR.de
Trainer Kenan Kocak vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96 © imago images/Jan Huebner
Kenan Kocak kassierte bei seinem Debüt als Coach von Hannover 96 eine 1:2-Pleite gegen Darmstadt.

Hannover 96 hat auch unter seinem neuen Trainer Kenan Kocak seinen Heimfluch nicht besiegen können. Die Niedersachsen kassierten am Montagabend beim Debüt des Nachfolgers von Mirko Slomka eine 1:2 (1:2)-Niederlage gegen Darmstadt 98. Sie warten damit weiter auf den ersten Sieg im eigenen Stadion in dieser Zweitliga-Saison. Noch bitterer für den Absteiger aus der Fußball-Bundesliga: Er ist nun auf Relegationsrang 16 abgerutscht. "Wir haben noch viel Arbeit vor der Brust. Aufgeben gibt es nicht, wir werden weiter arbeiten", erklärte Kocak im NDR 2 Interview.

Ein Eigentor von Waldemar Anton (4.) sowie ein Treffer von Tobias Kempe (29.) sorgten für den misslungenen Einstand des 38-Jährigen. Genki Haraguchi war für die "Roten" zum zwischenzeitlichen 1:1 erfolgreich (14.).

Weydandt: "Müssen zu uns selbst finden"

"Ich spüre gerade tiefe Enttäuschung. Es geht einfach darum, wieder zu uns selbst zu finden. Das steht über allem. So lange wir das nicht schaffen, erreichen wir nicht die Ziele, die wir uns vornehmen. Und das Ziel ist auf jeden Fall auch vor der Saison nicht gewesen, den Klassenerhalt zu schaffen, das weiß auch jeder - wir auch", sagte Angreifer Hendrik Weydandt im NDR 2 Interview. Zur Erinnerung: Hannover hatte vor Beginn der Serie vom Wiederaufstieg geträumt.

Früher Schock für Hannover

Kocak hatte sich kaum in seiner Coachingzone postiert, da besaß Weydandt bereits die Chance zur 96-Führung. Der baumlange Stürmer kam nach einer gefühlvollen Flanke von Miiko Albornoz frei zum Kopfball, nahm aber nicht präzise genug Maß.

14.Spieltag, 25.11.2019 20:30 Uhr

Hannover 96

1

SV Darmstadt

2

Tore:

  • 0:1 Anton (4., Eigentor)
  • 1:1 Haraguchi (14.)
  • 1:2 T. Kempe (29.)

Hannover 96: Zieler - S. Jung (84. M. Stendera), Felipe, Anton, Albornoz - Bakalorz, Prib (58. E. Hansson) - Haraguchi, Muslija (68. Maina) - Weydandt, Ducksch
SV Darmstadt: Schuhen - P. Herrmann, Dumic, Höhn, Holland - Paik (46. Y. Stark), Pálsson - Skarke (70. Honsak), T. Kempe (80. Heller), Marvin Mehlem - Dursun
Zuschauer: 22100

Weitere Daten zum Spiel

 

Gespielt waren da gerade einmal 35 Sekunden. Stattdessen jubelten wenig später die Gäste: Kempe wurde auf der linken Darmstädter Angriffsseite nicht unter Druck gesetzt, flankte auf den langen Pfosten zu Marvin Mehlem, der freistehend zum Abschluss kam. Was dann folgte, war irgendwie sinnbildlich für die bisher von Pleiten, Pech und Pannen gekennzeichnete Saison der "Roten". Denn sowohl Kapitän Marvin Bakalorz als auch Anton scheiterten nacheinander daran, den eigentlich schwachen Schuss zu klären. Letzterer bugsierte ihn schließlich in Rückenlage über die eigene Linie. Dem Slapstik-Eigentor folgte ein starkes Aufbäumen der Niedersachsen. Sie drängten mit Vehemenz auf den Ausgleich und wurden durch Haraguchis ersten Pflichtspiel-Treffer im 96-Dress für ihre Mühen belohnt. Der Japaner war per Volley-Abnahme erfolgreich, nachdem Torwart Marcel Schuhen zuvor noch gegen Weydandt hatte parieren können.

Nur 96-Begleitschutz beim zweiten Darmstadt-Tor

Der rasche Ausgleich hätte den Hausherren eigentlich Auftrieb geben müssen. Tat er aber nicht. Hannover verfiel bald darauf wieder in altbekannte Verhaltensmuster. In der Arbeit gegen den Ball mangelte es dem Team an Aggressivität, und in der Vorwärtsbewegung ließen es die "Roten" an Entschlossenheit sowie Kreativität vermissen. Darmstadt agierte etwas zielstrebiger. Beim Team von Coach Dimitrios Grammozis wirkte alles ein wenig durchdachter. Zudem profitierten die Hessen auch bei ihrem zweiten Tor von der in vielen Szenen einfach zu hohen Zweikampf-Passivität Hannovers. Mehr oder minder ungestört konnten sie sich nach einem Freistoß im Mittelkreis bis zum 96-Strafraum durchkombinieren, dort schloss Kempe zur erneuten "Lilien"-Führung ab. Zur Halbzeit gab es Pfiffe für das zwar bemühte, aber sichtbar verunsicherte Kocak-Ensemble.

Stendera-Traumtor zählt nicht

Der Slomka-Nachfolger muss in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben. Hannover riss nach Wiederbeginn das Zepter sofort an sich und dominierte fortan das Geschehen.

Das Resultat des 96-Sturmlaufes waren gute Chancen von Haraguchi (50.) und Marvin Ducksch (55.). Der schnelle Ausgleich blieb den Gastgebern aber verwehrt. Und so wurde es gegen immer tieferstehende Darmstädter für die "Roten" noch schwieriger, sich in gute Abschlusspositionen zu bringen. Ein Distanzschuss des eingewechselten Marc Stendera ließ Hannovers Fans noch einmal jubeln (87.). Doch weil Referee Martin Thomsen das Zuspiel von Haraguchi auf Stendera entscheidend abgefälscht hatte, verwehrte der Unparteiische dem Traumtor die Anerkennung. Thomsen war vom Video-Assistenten auf den Regelverstoß aufmerksam gemacht worden.

Der völlig frustrierte Stendera sah kurz vor Ultimo wegen Meckerns und Wegtretens der Eckfahne noch die Gelb-Rote Karte (90.+2).

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Kenan Kocak, Trainer von Hannover 96 © imago images/Joachim Sielski

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.11.2019 | 22:25 Uhr

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