Stand: 24.09.2018 12:40 Uhr

HSV: Steckt der Fehler im System?

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Das Debakel gegen Jahn Regensburg hat den Hamburger SV nach ein paar Tagen Zweitliga-Tabellenführung schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Vor dem schweren Auswärtsspiel in Fürth und dem Derby gegen St. Pauli steht auch Trainer Christian Titz in der Kritik - und muss vielleicht sein Konzept überdenken.

Es gab auch eine gute Nachricht für den Hamburger SV am Sonntagnachmittag: Er steht als Tabellenzweiter immer noch auf einem Aufstiegsplatz in der Zweiten Bundesliga. Doch wen interessierte das nach dieser Partie? 0:5! Gegen Jahn Regensburg! "Heute haben wir die volle Breitseite abbekommen", sagte Kapitän Aaron Hunt. Vor der richtungsweisenden Woche mit Partien bei der starken Spielvereinigung Greuther Fürth (Donnerstag, 20.30 Uhr) und dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli (Sonntag, 13.30 Uhr) hat der HSV eine Menge aufzuarbeiten.

Erstmals Gegenwind für Trainer Titz

Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im vergangenen März bekommt auch Trainer Christian Titz von der Hamburger Presse Gegenwind. Der Vorwurf: Der Coach habe das Rotieren mit sechs Neuen in der Startelf übertrieben. "Daran hat es mit Sicherheit nicht gelegen", verteidigte Titz seine Wechsel. Eingespielt und aufeinander abgestimmt wirkte seine Elf jedoch nicht. Andererseits stand am Sonntag Titz' vermeintliche Wunschformation auf dem Feld.

Hunt mit deutlichen Worten

Eher stellt sich die Grundsatzfrage, ob Titz' System nicht zu riskant und anfällig ist. "So können wir nicht verteidigen - auch in der Zweiten Liga nicht. Das müssen wir alle dringend abstellen, die Probleme sind ja nicht neu", legte Hunt den Finger in die Wunde: "Wir können schon gegen Heidenheim hier deutlich verlieren, in Dresden gewinnen wir auch nur mit Glück." 

Anfällig bei Kontern und Standards

Was aber sind konkret die Schwachstellen des HSV? Titz will, dass seine Mannschaft viel Ballbesitz hat und die Spieler sich so in offensive Positionen bringen können. Fußballerisch haben die Hamburger in diesem System Fortschritte gemacht und deutlich mehr Offensivkraft. Das System ist allerdings riskant, weil zum einen immer die Gefahr besteht, dass die technisch nicht besonders versierten Abwehrspieler den Ball in Nähe des eigenen Tores verlieren.

Zum anderen aber auch, da der Gegner bei schnellem Umschalten eine Menge Raum hat, weil Titz zumeist nur einen "Sechser" aufbietet und die Außenspieler weit aufrücken lässt. Zudem birgt das offensive Torwartspiel von Julian Pollersbeck Risiken - deutlich zu sehen beim 0:1 gegen Regensburg. Trotzdem wird der HSV-Coach Pollersbeck weiterhin fast wie einen Feldspieler agieren lassen. "Der Fehler passiert ihm nur einmal und dann nicht mehr", so Titz.

Arbeit im taktischen Bereich

Hält der HSV-Coach trotzdem an seinen Ideen fest oder verändert er sein System? Am Tag nach dem Debakel gegen Regensburg ließ er sich nichts entlocken und sagte lediglich, er habe "taktische und individual-taktische Themen" mit der Mannschaft besprochen. Auch die frappierende Schwäche bei gegnerischen Standards dürfte in dieser Woche noch ein Thema werden.

Tradition mit Raute: Die HSV-Historie

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.09.2018 | 22:50 Uhr

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