Stand: 16.08.2019 09:01 Uhr

HSV-Neuzugang Gyamerah: Sehnsucht nach Größerem

In der vergangenen Saison spielte Jan Gyamerah (r.) noch im VfL-Trikot im Volksparkstadion.

Als der Spielplan für die neue Zweitliga-Saison veröffentlicht wurde, interessierte sich HSV-Neuzugang Jan Gyamerah weniger für den Auftaktgegner der "Rothosen" und die Spiele gegen die Bundesliga-Absteiger Hannover, Nürnberg oder Stuttgart. Vielmehr schaute der 24-Jährige gleich nach, wann der VfL Bochum ins Volksparkstadion kommt, der Verein, dessen Trikot er bis zu seinem ablösefreien Wechsel an die Elbe in diesem Sommer getragen hat. "Natürlich freue ich mich mega auf die Partie, da ich auf viele ehemalige Weggefährten treffe. Zu einigen Teamkollegen und Physiotherapeuten besteht nach wie vor Kontakt", sagte Gyamerah vor der Partie heute (18.30 Uhr/ im NDR Livecenter). Während Kapitän Aaron Hunt (Leiste), Ewerton (Sprunggelenk) und Timo Letschert (Knie) weiter verletzt fehlen, dürfte Gyamerah als Rechtsverteidiger erneut gesetzt sein.

Bochum mit "enormem Potenzial"

Nach acht Jahren beim Traditionsclub im Ruhrgebiet wird der Abwehrspieler HSV-Coach Dieter Hecking einiges über die Stärken und Schwächen der Gäste verraten können. Zwar ist der von Robin Dutt trainierte VfL mäßig gestartet (1:3 in Regensburg, 3:3 gegen Bielefeld), doch Gyamerah weiß, wozu seine ehemaligen Kollegen fähig sind: "Bochum verfügt über eine gute Mannschaft mit enormem Potenzial", sagte er. "Sie wollen es hier im Volkspark allen zeigen, und deshalb erwartet uns ein ganz gefährlicher Gegner."

Mögliche Aufstellung HSV

Volkspark gibt Power und Energie

Gyamerah, der mit vollem Namen Jan Kwasi Frimpong Gyamerah heißt, von allen aber nur "Gyambo" genannt wird (weil Jan "uncool" ist), weiß selbst, wie es sich anfühlt, als Gast in Hamburg anzutreten. Im vergangenen Oktober holte der pfeilschnelle Rechtsverteidiger mit Bochum ein torloses Remis beim Favoriten. "Wenn man als gegnerisches Team nach Hamburg kommt, dann ist das auf jeden Fall etwas Besonderes", sagte er in einem Interview auf der HSV-Website. Man habe mehr Kraft, mehr Power, mehr Energie. "Es ist einfach mega, hierherzukommen. So ein Stadion, so eine Atmosphäre - das erlebt man in der Zweiten Liga vielleicht einmal in der Saison." Für Gyamerah war das der ausschlaggebende Punkt, beim HSV eine Dreijahresvertrag zu unterschreiben, obwohl er das Ruhrgebiet "geil" findet. "Ich wollte aber etwas Neues, etwas Größeres machen. In Bochum wusste ich, was ich habe, aber gleichzeitig habe ich nicht mehr die große Herausforderung gesehen, der ich mich stellen möchte."

Aufgewachsen in Stadthagen

Der Norden war ihm ohnehin nicht fremd. In Berlin als Kind eines Ghanaers und einer Deutschen geboren, wuchs er ab seinem fünften Lebensjahr im niedersächsischen Stadthagen auf, wo er beim FC Stadthagen auch seine ersten Schritte als Fußballer machte. Mit 15 wechselte er zu Arminia Bielefeld und kurz darauf nach Bochum. Nun, in Hamburg, fühlt er sich irgendwie angekommen. Ihm gefällt die große ghanaische Community, die es in der Hansestadt gibt. Er möchte gern die Sprache seines Vaters lernen und hat sich deshalb bereits nach entsprechenden Angeboten an der Uni umgesehen. Schon vor anderthalb Jahren hat er ein Fernstudium in Sport-Business-Management begonnen, "um auch mal vom Fußball wegzukommen".

Dass er sich zwischen den Ohren ein bisschen mehr fordert, hat ihn nicht abgelenkt, wohl eher besser gemacht. In Hamburg ist er als erster von elf Neuzugängen jedenfalls auf Anhieb klargekommen, hat unter Hecking sofort einen Stammplatz erobert. In den ersten drei Spielen stand er jeweils in der Startelf. Wenn er so weitermacht, dürfte er beim neu aufgestellten HSV bald zu den Leistungsträgern gehören.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 18.08.2019 | 22:50 Uhr