Frauenfußball-Bundestrainer Horst Hrubesch © IMAGO / Eibner

HSV-Ikone Hrubesch: Nächstes Jahr soll Schluss sein mit Fußball

Stand: 10.07.2024 13:03 Uhr

Horst Hrubesch hat sich mit der Nationalmannschaft der Frauen noch einmal dem großen Ziel Olympiasieg verschrieben. Danach soll es beim HSV ein letztes Mal in die Verlängerung gehen.

Hrubesch sieht für das nächste Jahr das Ende seiner Tätigkeiten im Fußball gekommen. "Man muss auch mal anfangen zu erkennen, dass ich nicht mehr 25, 30 oder 50 bin, sondern dass es langsam auf die 75 zugeht, vielmehr auf die 74", sagte der 73 Jahre alte Interims-Bundestrainer der deutschen Fußballerinnen bei einer DFB-Schalte in Düsseldorf. 

Bei Hrubesch war es immer klar, dass er nach den Olympischen Spielen in Paris sein Amt bei DFB niederlegt. Als sein Nachfolger steht schon länger Ex-Profi Christian Wück fest. Die Hamburger Ikone verwies aber auf den bis 2025 laufenden Vertrag beim HSV, wo der Europameister von 1980 für die Olympia-Mission als Nachwuchskoordinator freigestellt ist und sich nach den Sommerspielen auch vermehrt um die HSV-Fußballerinnen kümmern will.

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"Ich weiß ja auch nicht, wie lange meine Zeit noch läuft"

"Ich mache diese Geschichte mit der Nachwuchsarbeit weiter, auf jeden Fall bis nächstes Jahr", sagte Hrubesch. "Dann bin ich noch eine Zahl geklettert. Dann wird's langsam in die Richtung gehen, dass die ganze Geschichte zu Ende geht." Es werde allmählich Zeit kürzerzutreten. "Ich weiß ja auch nicht, wie lange meine Zeit noch läuft - ein bisschen genießen will ich das eigentlich auch noch."

Er merke langsam, "dass die Luft bei mir knapper wird". Wenn er einen zehntägigen Lehrgang mit den DFB-Frauen habe, dann müsse er erst einmal durchatmen, so der passionierte Fliegenfischer, der in der Vergangenheit immer wieder beim DFB eingesprungen war.

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Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch © Witters Foto: Frank Peters

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In seiner illustren Karriere ging es Hrubesch nie ausschließlich um Titel, auch wenn man das bei seiner beeindruckenden Vita meinen könnte. Als Spieler wurde er Europameister, dreimaliger deutscher Meister und Europapokalsieger. Als Trainer gewann er die Europameisterschaft mit der U19 und der U21. Im Vordergrund waren bei ihm aber immer die Menschen. "Wir waren auch in der Lage, den Spielern etwas zu geben, wo sie was mit anfangen konnten, nicht nur fußballerisch, sondern auch was das normale Leben angeht", sagte Hrubesch.

Offizielle DFB-Verabschiedung am Dienstag in Hannover

Für ihn und die DFB-Auswahl stehen vor den Sommerspielen noch die EM-Qualifikationsspiele am Freitag (18.15 Uhr, live im ZDF) in Reykjavik gegen Island und am Dienstag (19 Uhr, live im Ersten) in Hannover gegen Österreich an.

Bei seinem letzten Heimspiel in Hannover soll der gebürtige Westfale ebenso wie seine Assistenten Britta Carlson und Thomas Nörenberg bereits offiziell verabschiedet werden. Bei Olympia sind die Vorrunden-Gegner Australien (25. Juli), Rekord-Weltmeister USA (28. Juli) ebenfalls in Marseille und Sambia am 31. Juli in Saint-Étienne.

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Horst Hrubesch, Trainer der deutschen Fußballfrauen © IMAGO / Kessler-Sportfotografie

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 09.07.2024 | 14:17 Uhr

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