Stand: 14.09.2020 18:10 Uhr

Fan-Rückkehr: Kommt es jetzt zur einheitlichen Lösung?

Bund und Länder streben schneller als geplant eine einheitliche Lösung für die Fan-Rückkehr in die Fußball-Stadien an. Nach Medienberichten wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder am Dienstag (16 Uhr) erneut über Zuschauer auch in Sport-Hallen beraten. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat am Montagnachmittag bei einer Klausurtagung des Kabinetts in Leck die Beschränkungen der Zuschauerzahlen in Stadien und Sporthallen aufgeweicht. Vom 19. September an dürfen im nördlichsten Bundesland bis zu 25 Prozent aller Zuschauerplätze in Sportstätten belegt werden. Einen Tag zuvor hatte der Bremer Senat Werder Bremen erlaubt, sein erstes Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison am kommenden Sonnabend gegen Hertha BSC vor 8.500 Zuschauern austragen zu dürfen.

VIDEO: Hansa aus Pokal ausgeschieden - 7.500 Fans dabei (3 Min)

Hansa-Vorstandschef zieht positives Fazit

Drittligist Hansa Rostock hat am Sonntag bereits diesbezüglich eine erste Erfahrung in vergleichbarer Größenordnung gemacht. Zum DFB-Pokalspiel gegen den Zweitligisten VfB Stuttgart (0:1) waren 7.500 Zuschauer zugelassen - die größte Fan-Menge, die am Wochenende ein Fußballspiel im Stadion verfolgen durfte. Vorstandschef Robert Marien hat ein positives Fazit des Hygienekonzeptes gezogen. Gravierende Verstöße habe es keine gegeben, auch nicht auf der Südtribüne des Ostseestadions, dem Block der Fanszene. "Rein optisch sah das so aus, hat aber viel mit dem Stehen zu tun. Es ist halt viel Masse, die die Sitze verdeckt. Prozentual war es die gleiche Auslastung wie auf den anderen Tribünen", sagte Marien am Montag in Rostock.

Marien: "Das Hygienekonzept ist aufgegangen"

Die Zuschauer hätten die Anweisungen des Ordnungspersonals und der Mitarbeiter des Rostocker Gesundheitsamtes weitestgehend befolgt. "Es haben sich vielleicht auch mal zwei, drei kleine Grüppchen gebildet. Die waren aber ansprechbar und sind auseinandergegangen", sagte der Vorstandschef. Das Gesundheitsamt sei in einer ersten Endauswertung "im Großen und Ganzen zufrieden" gewesen und habe "ein positives Resümee" gezogen. Marien: "Das Hygienekonzept ist aufgegangen."

Spielszene einer Partie aus der zweiten Fußball-Bundesliga im Stadion des FC St. Pauli in Hamburg. © dpa picture alliance Foto: Stuart Franklin

AUDIO: Pro und Contra zur teilweisen Rückkehr von Fans in Fußballstadien (2 Min)

Allerdings war auch zu erkennen, dass auf der Südtribüne der Abstand nicht immer eingehalten wurde. Für das Rostocker Gesundheitsamt besteht aktuell aber noch kein Handlungsbedarf. Der FC Hansa Rostock werde aber aufgefordert, bei künftigen Heimspielen für mehr Abstand zu sorgen, sagte die zuständige Abteilungsleiterin Dr. Kerstin Neuber zu NDR 1 Radio MV. Sollte es zu keiner Verbesserung kommen, schließt Sportministerin Stefanie Drese (SPD) nicht aus, dass das Kontingent auf der Südtribüne reduziert wird.

Hansa-Chef: "Stück für Stück verbessern"

Vor dem Hintergrund sieht der Hansa-Chef nach dem ersten Testlauf mit einer großen Zuschauerkulisse noch Reserven. "Es gibt sicher ein, zwei Situationen, wo wir nachsteuern müssen und die wir jetzt zu Papier bringen. Wir sind ja in einer Woche wieder dran. Dann werden wir versuchen, uns Stück für Stück zu verbessern", sagte der 39-Jährige. Hansa erwartet zum Auftakt der Dritten Liga am Samstag (14 Uhr) den MSV Duisburg im Ostseestadion.

Bundesgesundheitsminister Spahn für einheitliche Lösung

Es könnte nun so kommen, dass bald auch in anderen Stadien eine größere Anzahl an Zuschauern erlaubt wird. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Entscheidungen über die Zulassungen von Großveranstaltungen würden vor Ort getroffen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe aber deutlich gemacht, dass er sich eine bundeseinheitliche Lösung gewünscht hätte. Auch ein Sprecher des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums sprach davon, dass ein bundeseinheitliches Vorgehen wünschenswert sei und die Hoffnung bestehe, dass man nun schnell zu einem entsprechenden Konzept kommen werde.

Weitere Informationen
Bremer Fans im Weserstadion. © picture alliance / dpa Foto: Jan Kuppert

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.09.2020 | 23:03 Uhr

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