Stand: 14.01.2020 12:06 Uhr

FC St. Pauli: Vertragsstreit mit Conteh beendet

Christian Conteh: Sieben Zweitligaspiele und zwei Tore für den FC St. Pauli.

Mit 26 Spielern ist Fußball-Zweitligist FC St. Pauli derzeit im spanischen Trainingslager nahe Valencia - für viel Gesprächsstoff sorgt jedoch ein Profi, der gar nicht dabei ist: Christian Conteh, das 20 Jahre alte Sturmtalent der Kiezkicker, das in Hamburg einen Sehnenanriss im Oberschenkel auskuriert. Bis zum Comeback wird es wohl noch einige Wochen dauern. Für Wirbel sorgte jedoch ein fast absurd anmutender Vertragsstreit. Der ist offenbar jetzt beigelegt - in einem offiziellen Statement auf der Vereins-Website gab Conteh ein klares Bekenntnis zum Kiezclub ab.

Conteh: "Ich fühle mich wohl hier"

"In den letzten Tagen wurde viel über mich geschrieben. Dazu möchte ich sagen, dass ich nochmals mit den Verantwortlichen gesprochen und klar signalisiert habe: Ich möchte und werde den Verein nicht verlassen. Ich fühle mich wohl hier und ich spüre das Vertrauen des Trainers und des Vereins - was mir sehr wichtig ist", wird Conteh zitiert. Auch Sportchef Andreas Bornemann äußerte sich: "Wir sind froh, dass die Spekulationen um Christian ein Ende haben. Die letzten Tage waren sicherlich keine leichte Zeit für ihn. Er ist ein junger Spieler, der seine Erfahrung sammeln musste. Jetzt geht es darum, den Blick nach vorne zu richten."

Wirrwarr um Vertrags-Laufzeit

Hintergrund des Streits war die Ankündigung von Conteh-Berater Oheneba Brenya, der Angreifer werde St. Pauli spätestens im Sommer verlassen.

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"Trainer Luhukay schätzt den Spieler sehr. Anscheinend sind aber nicht alle im Verein von seinen Qualitäten überzeugt. Daher werden wir den Vertrag nicht verlängern", so Brenya, der zudem erklärte, dass der 20-Jährige sogar ablösefrei gehen könne, da die einseitige Option, die die Hamburger für eine einjährige Verlängerung gezogen hätten, juristisch nicht haltbar und damit unwirksam sei.

Die Vereinsseite sah das ganz anders: "Conteh hat einen gültigen Vertrag über die aktuelle Saison hinaus", erklärte St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann im "Hamburger Abendblatt" und verwies darauf, dass der Linksaußen "schon früh in der Saison einen regulären Lizenzspielervertrag" erhalten habe - mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2021. Man habe eben nicht die Option gezogen, sondern den alten Kontrakt aufgelöst und einen völlig neuen aufgesetzt.

Knolls Ratschlag: "Bescheiden bleiben"

Die Argumentation der Conteh-Seite war dünn: Der neue Profi-Vertrag sei ja auf Basis des Amateur-Vertrags geschlossen worden.

Der sei aber rechtswidrig gewesen, daher sei auch der neue nicht gültig. Unterschrieben hatten ihn Berater und Spieler trotzdem. Unklar war zudem, warum ein gerade mal 20 Jahre alter Fußballer inmitten seines ersten Profijahres überhaupt einen Wechsel erzwingen will. Lediglich sieben Partien hat er verletzungsbedingt für St. Pauli bestritten.

Nicht nur deshalb stieß Contehs Verhalten auch bei Mitspielern auf Unverständnis: "Er ist schon lange raus und von den sieben Spielen waren auch nicht alle so, dass ich sagen würde, die waren überragend", sagte Marvin Knoll der "Hamburger Morgenpost". Der 28-Jährige ergänzte: "Für so junge Spieler ist es vielleicht auch mal wichtig, bescheiden zu bleiben. Ich würde ihm empfehlen, wenn er schon bei so einem guten Zweitliga-Verein ist, der auch auf ihn baut, dann sollte er eine Konstanz in seiner Persönlichkeit bekommen."

Conteh will Berater wechseln

Conteh selbst zeigt sich einsichtig und kündigte Konsequenzen aus dem Wirbel an: "Ich habe mich nicht wirklich gut beraten gefühlt. Deshalb werde ich mich voraussichtlich dahingehend auch anders aufstellen. Mein voller Fokus liegt jetzt darauf, so schnell wie möglich wieder fit zu werden, um auf dem Platz stehen zu können. Dafür gebe ich alles. Ich möchte Fußball spielen, das ist das Wichtigste für mich."

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 14.01.2020 | 16:30 Uhr