Die Südtribüne des Millerntorstadions. © Witters

FC St. Pauli: Erstmals seit neun Jahren rote Zahlen

Stand: 16.11.2020 11:42 Uhr

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 500.000 Euro erwirtschaftet. Für die laufende Saison wird ein noch höherer Fehlbetrag erwartet.

Die Corona-Krise trifft auch die Kiezkicker hart. Vereinspräsident Oke Göttlich sprach von schwierigen Zeiten, in denen es kaum möglich sei, eine schwarze Null zu schreiben oder Gewinn zu machen. Dies war St. Pauli zuletzt regelmäßig gelungen: In der Saison 2018/2019 hatte der Verein noch einen konzernweiten Gewinn von 1,56 Millionen Euro verzeichnet.

Kaum oder gar keine Zuschauer, zusätzliche Kosten durch Hygiene-Auflagen - dass die Hamburger dennoch vergleichsweise gut durch die Krise kommen, liege auch an den Fans: Viele Dauerkartenbesitzer, die am Ende der vergangenen Saison nicht ins Stadion durften, haben auf Rückerstattungen verzichtet.

Noch höheres Minus für 2020/2021 erwartet

Zudem hat St. Pauli im Frühjahr die Ausgaben gesenkt, zum Beispiel durch Kurzarbeit auf der Geschäftsstelle. Für die laufende Saison erwartet der Verein fehlende Einnahmen in Höhe von etwa sechs Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund ist die Kündigung von Ausrüster "Under Armour" ein Wagnis. In den vergangenen fünf Jahren bekam St. Pauli die Sportausrüstung kostenlos vom US-Konzern. Dazu zahlte der bei vielen Fans kritisch gesehene Sponsor, der in den USA auch in der Jagd- und Waffenszene aktiv ist, jährlich rund eine Million Euro. Geld, dass der Club nun mit dem Verkauf der eigenen Kollektion erwirtschaften will. Der Verein hofft, dass künftig deutlich mehr Trikots im Fanshop verkauft werden als bisher: "Auch und gerade in der Corona-Krise wollen wir gemeinsam mit allen St.-Pauli-Fans den Herausforderungen mit Mut und Unternehmergeist begegnen. Diese Eigenständigkeit und die Suche nach neuen Wegen haben den FC St. Pauli schon immer ausgezeichnet", erklärte Göttlich.

Auch HSV und Braunschweig mit roten Zahlen

Die Lage sei überall "wahnsinnig angespannt", so der Vereinspräsident weiter. Er könne sich nicht vorstellen, dass auch nur ein Club in der Zweiten Liga aktuell Gewinne erwirtschafte. In der Tat hatte Stadtrivale HSV erst am Freitag mit 6,7 Millionen Euro die zehnte negative Jahresbilanz in Folge vermeldet. Auch Eintracht Braunschweig wies für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust von 2,3 Millionen Euro aus.

Dieses Thema im Programm:

Sport | 16.11.2020 | 06:00 Uhr

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