Die Eintracht-Verteidiger Brian Behrendt (l.) und Oumar Diakhité. © IMAGO / Eibner

Eintracht Braunschweig und die "Freude am Verteidigen"

Stand: 19.03.2021 15:16 Uhr

Dank der starken Defensive steht Eintracht Braunschweig in der zweiten Fußball-Bundesliga über dem Strich - gibt es am Sonnabend gegen Darmstadt 98 das fünfte Spiel in Folge ohne Gegentor?

Es ist gerade einmal einen Monat her, dass die Braunschweiger als Tabellenvorletzter mit 43 Gegentoren die Schießbude der Liga waren (nur Schlusslicht Würzburg hatte einen Gegentreffer mehr). Der Rückstand auf das rettende Ufer betrug fünf Punkte. Doch seit jenem 0:2 in Bochum hat sich die Defensive des BTSV stabilisiert, viermal in Folge hielt hinten die null, die "Löwen" kletterten auf Rang 15. Vor dem Heimspiel am Sonnabend (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) hat die Eintracht inzwischen zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. "Wir wollen das gute Gefühl mit in die Länderspielpause nehmen", sagte Trainer Daniel Meyer am Freitag.

Stabilitätsfaktoren Behrendt und Diakhité

Für den BTSV-Coach ist der Grund des Aufschwungs klar: "Wir haben Freude am Verteidigen." Doch an der Freude alleine liegt es natürlich nicht. Großen Anteil an der neuen Defensiv-Stabilität haben die beiden Winterneuzugänge Brian Behrendt (kam aus Bielefeld) und Oumar Diakhité (war vereinslos). Das Duo hat die vorherige Schwachstelle - die Innenverteidigung - zum Prunkstück verwandelt. "Wir legen sehr viel Wert aufs Verteidigen, haben uns das erarbeitet, da ist viel Energie im Training eingeflossen. Nicht nur bei uns in der letzten Reihe, das fängt vorne schon an", erklärte Behrendt.

Fejzic lobt mannschaftliche Geschlossenheit

Auch weil hinter ihnen Torhüter Jasmin Fejzic konstant starke Leistungen abruft. "Jasi war vorher schon ein großer Stabilitätsfaktor", sagte Meyer, "aber jetzt fügen sich auch die anderen Puzzleteile immer besser zusammen." Dazu zählen dem Braunschweiger Coach zufolge auch Jannis Nikolaou und Dominik Wydra, die nach den Winterverpflichtungen quasi zusammen von der Innenverteidigung auf die Doppelsechs vorrückten. "Sie haben an Abgeklärtheit dazugewonnen", so Meyer.

Das sieht auch Fejzic so und lobte in der "Braunschweiger Zeitung" die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der sich die "Löwen derzeit gegen Gegentore stemmen. Als Beleg führte der Torwart eine Situation aus dem 0:0 beim Karlsruher SC an. "Da gab es eine Szene, wo sechs Leute hinter mir stehen und den Ball auf der Linie klären wollen, bevor ich ihn halte."

Offensive weiterhin schwach, zudem drohen Gelbsperren

Doch bei aller Freude über die jüngste Erfolgsserie ist in Braunschweig noch längst nicht alles im Lot. "Es ist eine Entwicklung zu sehen", erklärte Meyer, "aber solange die Null vorne steht, können wir nicht zufrieden sein." Denn die Blau-Gelben stellen mit lediglich 22 Treffern in 25 Spielen weiterhin die schwächste Offensive der Liga.

Zudem droht der Eintracht nach der Partie gegen Darmstadt weiteres Ungemach: Neben Yari Otto und Danilo Wiebe haben auch Behrendt und Diakhité jeweils schon vier Gelbe Karten gesehen - kommt noch eine dazu, wäre der starke Defensivverbund erst einmal geplatzt.

Mögliche Aufstellungen:

Braunschweig: Fejzic - Wiebe, Behrendt, Diakhité, Klaß - Wydra, Nikolaou - Kaufmann, Kroos, Ji - Proschwitz
Darmstadt: Schuhen - Herrmann, Pfeiffer, Höhn, Bader - Palsson, Rapp - Skarke, Mehlem, Honsak - Dursun

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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