Stand: 02.09.2018 12:58 Uhr

"Löwen": Ohne Sieg, ohne Manager, ohne Perspektive?

Frust pur: Die Fußballer von Eintracht Braunschweig sind nun Tabellenletzter der Dritten Liga.

Als Eintracht Braunschweigs Fußballer nach dem 0:3 in Unterhaching vom Platz schlichen, flog eine Klobürste aus dem Gästeblock in den Innenraum des Sportparks - ein Wurf mit Symbolkraft und die Quittung der 500 mitgereisten Fans für die Leistung der "Löwen", die nun das Tabellenende der Dritten Liga zieren. 460 Tage nach dem knappen Scheitern der Norddeutschen in der Bundesliga-Relegation gegen den VfL Wolfsburg stehen die Zeichen auf Viertklassigkeit. Der deutsche Meister von 1967 ist in der laufenden Saison immer noch sieglos, steht zudem ohne Manager da - in der Länderspielpause muss dringend der Resetknopf gefunden werden.

Länderspielpause tut jetzt gut

Trainer Henrik Pedersen hat die Rückendeckung des Clubs, wirkt aber ratlos. "Es wird uns guttun, dass wir jetzt zwei Wochen richtig gut trainieren können. Dann wollen wir mit neuer Energie zurückkommen", sagte der Däne, der zu Saisonbeginn Langzeitcoach Torsten Lieberknecht nach zehn Jahren abgelöst hatte. Dem 40 Jahre alten Skandinavier blieb aber auch bei der Niederlage gegen den neuen Tabellenführer nicht verborgen, dass es nicht nur fußballerisch bei seinen Schützlingen klemmt: "Man sieht, dass unsere Spieler sich viele Gedanken machen und mit Kleinigkeiten zu kämpfen haben."

Kapitän Fürstner warnt: "Nicht auseinanderbrechen"

Das hat auch Kapitän Stephan Fürstner erkannt. "Der Kopf spielt momentan bei jedem Einzelnen mit. Das ist unverkennbar und das braucht man auch nicht wegzudiskutieren. Jetzt auseinanderzubrechen ist aber nicht der Charakter der Mannschaft. Es ist zwar eine Floskel, aber im Fußball geht es immer weiter", erklärte der bundesligaerfahrene Mittelfeldspieler, der im Sommer von Union Berlin nach Braunschweig kam. Bereits vor der Partie in Unterhaching hatte der 30-Jährige im NDR Interview um Geduld gebeten: "Ich bin komplett davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden sicher nicht den Fehler machen, alles über den Haufen zu werfen."

Neuzugang Janzer voller Tatendrang

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Abgesehen vom sportlichen Geschehen auf dem Platz muss der BTSV nun auch erst einmal einen Nachfolger für Marc Arnold finden. Doch die Probleme einer erneut anscheinend unzureichenden Kaderplanung und der Fixierung des neuen Trainers auf nur eine einzige Spielidee (hohes Tempo, aggressives Pressing) werden damit wohl kaum gelöst. Gegen Unterhaching waren die Braunschweiger erneut sehr anfällig für Konter und gestatteten dem Gegner viele Chancen.

Inwieweit der geschasste Arnold noch am Transfer von Manuel Janzer beteiligt war, ist unbekannt. Der Offensivspieler kam von Holstein Kiel und ist voller Tatendrang. "Wenn der Trainer von Eintracht Braunschweig anruft, muss man nicht lange überlegen", erklärte der 26-Jährige. "Ich verspüre jetzt schon eine große Vorfreunde, zum ersten Mal vor diesen großartigen Fans an der Hamburger Straße spielen zu können." Die Gelegenheit dazu hat er in zwei Wochen, wenn Carl Zeiss Jena am 14. September zum Freitagabendspiel im Eintracht-Stadion zu Gast ist. Im Idealfall mit Konfetti statt Klobürste von den Rängen.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.09.2018 | 14:00 Uhr