Stand: 11.09.2019 09:15 Uhr

Dickenmanns langer Weg zurück ins Glück

Lara Dickenmann erzielte bei ihrem Pflichtspiel-Comeback gleich ein Tor für den VfL Wolfsburg.

Fast elf Monate hat Lara Dickenmann wegen eines Kreuzbandrisses pausieren müssen. Nun hat die Fußball-Rekordnationalspielerin der Schweiz ihr Pflichtspiel-Comeback für den VfL Wolfsburg gefeiert. Heute (18 Uhr) könnte die 33-Jährige auf die Champions-League-Bühne zurückkehren - dann gewiss mit gemischten Gefühlen.

"Fußball ist meine größte Leidenschaft, ich wollte nichts anderes mehr machen, seit ich mit sechs Jahren damit angefangen habe." Gesagt hat diesen Satz Lara Dickenmann vor einigen Monaten in einem Interview. Es bedarf in Anbetracht dieser Aussage keiner allzu großen Fantasie, um sich auszumalen, wie sehr die Rekordnationalspielerin der Schweiz in den vergangenen knapp elf Monaten gelitten hat. Ein Kreuzbandriss setzte die Mittelfeldakteuerin beinahe ein Jahr außer Gefecht. Ein "schwerer Einschnitt" sei diese Verletzung für sie gewesen, erklärte die 33-Jährige, als sie noch in der Reha um ihr Comeback kämpfte.

Comeback mit Tor im DFB-Pokal

Am vergangenen Sonnabend bestritt Dickenmann nun erstmals seit dem für sie verhängnisvollen 17. Oktober 2018, an dem sie sich schwer verletzt hatte, wieder ein Pflichtspiel. Beim schmucklosen 2:0-Sieg ihres VfL Wolfsburg in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten SV Berghofen stand sie über 90 Minuten auf dem Platz. Mehr noch: Bei ihrer Rückkehr auf die Fußballbühne erzielte Dickenmann kurz vor Ultimo den Endstand (89.).

Kreuzbandriss am Tag nach Vertragsverlängerung

Rückblick

"Wölfinnen" überzeugen auch gegen Atletico

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben die Tür zum Viertelfinale der Champions League weit aufgestoßen: Am Mittwoch besiegten die Niedersächsinnen Atletico Madrid verdient mit 4:0. (Meldung vom 17. Oktober 2018). mehr

Der erste Schritt auf dem langen Weg zurück zu einem Stammplatz beim Double-Sieger ist für die 33-Jährige gemacht. Viele weitere werden folgen müssen, um sich im prominent besetzten Wolfsburger Kader wieder den Stellenwert zu erarbeiten, den sie vor ihrem Kreuzbandriss hatte. Denn bis zu jenem 17. Oktober war die inzwischen aus der "Nati" zurückgetretene Schweizerin bei den Niedersächsinnen eine "absolute Leistungsträgerin" (VfL-Coach Stephan Lerch). Dann aber folgte das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Atletico Madrid (4:0). Nach einem Zweikampf war es für die Mittelfeldakteurin, die am Vortag ihren Vertrag beim Werksclub um zwei Jahre verlängert hatte, bereits nach 14 Minuten beendet. Die bittere Diagnose folgte am Tag darauf: Kreuzbandriss.

Schwere Verletzung auch "wertvolle Erfahrung"

Sie habe die Verletzung auch als "wertvolle Erfahrung" angesehen, erklärte Dickenmann nach einigen Monaten in der Reha: "Man lernt viel über sich selbst. Und in meinem späteren Berufsleben kann ich vielleicht anderen Betroffenen helfen." Konkrete Pläne für die Zeit nach ihrem Karriere-Ende hat die 33-Jährige, die nebenbei General Management studiert und bereits einen Abschluss im Studiengang Internationale Wirtschaft hat, noch nicht. Bis mindestens 2021 soll der Fußball noch im Mittelpunkt ihres Lebens stehen. Dann läuft ihr Kontrakt beim VfL aus.

CL-Sieg mit VfL fehlt Dickenmann noch

Weitere Informationen

Ergebnisse Champions League Frauen

Spielansetzungen und Ergebnisse der K.o.-Runde in der Frauen-Fußball-Champions-League. mehr

Bis dahin will Dickenmann noch möglichst viele Titel mit den "Wölfinnen" holen. Drei Meisterschaften und vier Pokalsiege hat die aus Kriens stammende Fußballerin bereits mit dem VfL gewonnen. Einzig ein Triumph in der Champions League ist ihr mit den Wolfsburgerinnen noch nicht gelungen. Ein Sieg in der "Königklasse" in dieser Serie wäre für die Schweizerin nach ihrer langen Leidenszeit gewiss besonders schön. Der Weg nach Wien, wo am 24. Mai des kommenden Jahres das Finale ausgetragen wird, dürfte für Dickenmann und die "Wölfinnen" aber ein sehr steiniger werden.

Zum Auftakt gegen Außenseiter Mitrovica

Zumindest ab dem Achtelfinale. Denn die Auftakthürde KFF Mitrovica in der Runde der letzten 32 sollte für den Bundesligisten problemlos zu meistern sein. Als "völlig unbekannten Gegner" titulierte der Sportliche Leiter Ralf Kellermann den Vertreter aus dem Kosovo nach der Auslosung, versprach jedoch: "Wir werden uns bestmöglich vorbereiten." Inwieweit das gelungen ist, wird sich heute zeigen, wenn der VfL im Stadiumi Fadil Vokrri in Pristina zum Hinspiel beim krassen Außenseiter antritt. Vielleicht ja wie zuletzt im DFB-Pokal erneut mit Dickenmann in der Startformation.

Wolfsburgs Fußballfrauen: Der Kader 2019/2020

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 11.09.2019 | 20:25 Uhr

Mehr Sport

03:46
Hallo Niedersachsen