Philip Türpitz (l.) und Coach Jens Härtel (v.l.) vom 1. FC Magdeburg (Foto aus dem Jahr 2018) © IMAGO / Christian Schroedter Foto: Christian Schroedter

Härtels Händchen: Gelingt Hansa jetzt der "Magdeburg-Move"?

Stand: 01.02.2021 17:47 Uhr

Hansa Rostock hat in Tobias Schwede und Philip Türpitz zwei weitere Spieler verpflichtet, die Coach Jens Härtel aus gemeinsamen Zeiten beim 1. FC Magdeburg kennt. Können sie auch mit der "Kogge" schaffen, was ihnen mit dem FCM gelang?

Mächtig Feuer unterm Dach ist gerade einmal wieder beim 1. FC Magdeburg. Coach Thomas Hoßmang kämpft beim Tabellen-18. der Dritten Liga um seinen Job, Geschäftsführer Mario Kallnik wird von den Clubmitgliedern scharf kritisiert - und das akut abstiegsgefährdete Team ist am Sonnabend im Ostderby gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden fast schon zum Punkten verdammt, soll das Horror-Szenario Regionalliga-Rückkehr nicht bald Wirklichkeit werden.

Härtel führte FCM zu zwei Aufstiegen

Das ist übrigens die Spielklasse, in der ein gewisser Jens Härtel den früheren Europapokalsieger 2014 übernahm. Vier Jahre später war der FCM zweitklassig. Aber nach lediglich 13 Spieltagen im Bundesliga-Unterhaus waren die Verdienste des Coaches beim Vorstand vergessen. Härtel wurde nach 1.595 Tagen im Amt auf Tabellenplatz 17 gefeuert. Eine Entscheidung, die nicht die Wende zum Guten brachte. Die Magdeburger stiegen ab, verschlissen seitdem drei Trainer und "bewerben" sich nun unter dem Nach-Nach-Nach-Nachfolger des 51-Jährigen um eine Viertliga-Teilnahme.

Und was macht Härtel? Der ist seit Januar 2019 Übungsleiter beim Ligarivalen Rostock, macht dort wie einst in Magdeburg richtig gute Arbeit und holt sich seine früheren Helden zu Hansa. Nach Nils Butzen, Björn Rother, Jan Löhmannsröben und Manuel Farrona Pulido sind Türpitz und Schwede (wurde am Sonntag vom SV Wehen Wiesbaden geholt) nun bereits die Spieler fünf und sechs, die der Trainer bereits beim FCM betreute hatte.

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Vier Magdeburger Aufstiegshelden nun in Rostock

Insbesondere die Verpflichtung von Türpitz, der vom Zweitligisten SV Sandhausen zu den Mecklenburgern wechselte, darf als Königstransfer angesehen werden. Der 29 Jahre alte Offensivmann steuerte 17 Treffer und acht Vorlagen zum Magdeburger Zweitliga-Aufstieg 2018 bei. In jener Mannschaft standen neben ihm auch die heutigen Rostock-Profis Rother, Butzen und Schwede. Alte Liebe rostet nicht, heißt es ja so schön (und schmalzig). Dass es Härtel immer wieder gelingt, Ex-Schützlinge zum Mitreisen in der "Kogge" zu bewegen, zeugt von einem äußerst guten Verhältnis des Coaches zu seinen Spielern.

Türpitz will "größtmöglichen Erfolg"

Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen machte nach der Verpflichtung von Türpitz jedenfalls keinen Hehl daraus, dass Härtel für die Entscheidung des Offensivakteurs pro Rostock mitentscheidend war: "Von Vorteil ist sicherlich auch, dass Philip mit der Spielphilosophie und Arbeitsweise unseres Chef-Trainers bereits vertraut ist." Der in der Kurpfalz ziemlich unglückliche, weil bei Sandhausen kaum berücksichtigte Torjäger versprach derweil, seine "persönliche Qualität bestmöglich" auf den Platz bringen zu wollen, um mit dem Verein "größtmöglichen Erfolg" zu haben.

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Gelingt gegen Verl nächster Schritt zum Aufstieg?

Und mit "größtmöglichen Erfolg" dürfte der Mann aus Laupheim vermutlich nicht die Titelverteidigung im Landespokal von Mecklenburg-Vorpommern gemeint haben. Der Sprung in Liga zwei soll gelingen. Und da ist es fraglos nicht von Nachteil, ein paar aufstiegserprobte Recken in seinen Reihen zu haben. Am kommenden Freitag (19 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) kann Hansa seinem großen Ziel mit einem Erfolg gegen den SC Verl ein Stück näherkommen.

Verl schlagen, Beine hochlegen und dann am Tag darauf Magdeburg gegen Dynamo gucken - so könnte das Wochenende der Rostocker FCM-Fraktion aussehen. Und ein bisschen mitzittern werden sie wohl auch mit ihrem Ex-Club. Alte Liebe rostet schließlich nicht...

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 05.02.2021 | 18:00 Uhr

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