Stand: 15.02.2019 11:29 Uhr

VfL Wolfsburg mit "Quantensprung" - aber wohin?

von Florian Neuhauss, NDR.de
Renato Steffen (l.) hat unter VfL-Trainer Bruno Labbadia richtig Fahrt aufgenommen.

Nicht Dortmund, Gladbach oder Frankfurt - die Überraschung der bisherigen Bundesliga-Saison ist eindeutig der VfL Wolfsburg. Nach zwei Ehrenrunden durch die Relegation haben die "Wölfe" gute Chancen, auf die europäische Fußball-Bühne zurückzukehren. "Wir standen nicht nur mit einem Bein schon in der Zweiten Liga", weiß Trainer Bruno Labbadia. "Aber wir haben in den letzten Monaten in Rekordtempo Dinge umsetzen können. Gerade spielerisch haben wir Quantensprünge gemacht."

Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mainz 05 am Sonnabend (15.30 Uhr/im NDR Livecenter) könnten die Niedersachsen wieder in die Europa-League-Ränge springen. "Aber wir sind nicht so vermessen, dass wir meinen, das geht alles von selbst", betont Labbadia, der selbst zum Erfolgsgaranten geworden ist.

Nächstes Erfolgsduo Schmadtke und Labbadia?

Schmadtkes Clubs im Europapokal

2004/2005: Alemannia Aachen
2011/2012: Hannover 96
2012/2013: Hannover 96
2017/2018: 1. FC Köln

Nicht wenige Fußball-Kenner hatten nach der vergangenen Saison damit gerechnet, dass Neu-Manager Jörg Schmadtke als erste Amtshandlung das Ende der Zusammenarbeit mit "Retter" Labbadia verkünden würde. Doch auch wenn der Coach in den elf Liga-Spielen vor der Relegation gegen Kiel nur zweimal gewonnen hatte, hielt der neue Macher an Labbadia fest. Der Weg scheint ohnehin schon festzustehen, denn der Manager ist ein Experte in Sachen Qualifikation für die Europa League: Jeder seiner Clubs schaffte unter der Regie des 54-Jährigen den Sprung auf die große Bühne. Was umso bemerkenswerter ist, weil die großen Namen in seiner Vita fehlen, sondern 1. FC Köln, Hannover 96 und Alemannia Aachen lauten. Schmadtke bildete dabei stets sehr erfolgreiche Duos mit den Trainern: Dieter Hecking in Aachen, Mirko Slomka in Hannover und Peter Stöger in Köln. Ist sein nächster kongenialer Partner also Labbadia?

SC-Trainer Streich schaut "Wölfen" gern zu

22.Spieltag, 16.02.2019 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

3

1. FSV Mainz

0

Tore:

  • 1:0 Arnold (4.)
  • 2:0 Weghorst (70., Handelfmeter)
  • 3:0 Knoche (77.)

VfL Wolfsburg: Casteels - William, Knoche, Brooks, Roussillon - Guilavogui (85. Rexhbecaj) - Gerhardt, Arnold - Steffen (71. Mehmedi), Brekalo (78. Klaus) - Weghorst
1. FSV Mainz: Fl. Müller - Brosinski, Bell, Niakhaté, Martín - Kunde Malong - Gbamin, Latza (77. Holtmann) - Boetius (77. Ujah) - Mateta, Quaison (60. Onisiwo)
Zuschauer: 20334

Weitere Daten zum Spiel

Wer in den vergangenen Wochen und Monaten Auftritte von Labbadias Team gesehen hat, weiß um die neuen Qualitäten der "Wölfe". Trainer Christian Streich vom SC Freiburg zollte nach dem 3:3 am vergangenen Wochenende Respekt: "Der VfL Wolfsburg zeigt wirklich tolle Fußball-Spiele - schon die ganze Saison. Ich schalt's gern an, ich schaue gern Wolfsburg."

Die Mannschaft sei "brutal stark", taktisch sehr variabel und top organisiert. Labbadia hat offenbar die richtige Mischung gefunden, damit alle Spieler ihre individuellen Qualitäten ausspielen können, aber auch für das Team arbeiten. "Wenn sie den Ball verlieren, denken sie keine halbe Sekunde drüber nach, sondern marschieren nach hinten", sagte Streich anerkennend.

Labbadia bringt Offensive in Schwung

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Wout Weghorst (M.) hat schon achtmal für die "Wölfe" in der Liga getroffen.

In Koen Casteels hat der VfL einen der besten Torhüter der Liga. Halb Europa soll sich nach dem Belgier die Finger lecken. Mit Jerome Roussillon wurde die chronische Schwäche auf der Linksverteidiger-Position behoben. Ohne die Zweifel rund um seine Führungsqualitäten hat Maximilian Arnold im zentralen Mittelfeld noch mal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Neben ihm blüht zudem Yannick Gerhardt auf. Renato Steffen, Josip Brekalo und Admir Mehmedi haben unter dem ehemaligen Torjäger Labbadia vorne richtig Fahrt aufgenommen und sorgen für spielerischen Glanz. "Und wenn man sieht, wie der Weghorst vorne arbeitet, malocht und den Körper bringt...", lobte Streich die Leistung von Stoßstürmer Wout Weghorst. Der Niederländer wird in Abwesenheit des verletzten Daniel Ginczek von Woche zu Woche besser.

"Müssen noch viele Schritte gehen"

Trotzdem verlief der Start ins neue Jahr holprig. Auch wenn Labbadia betont, jede Partie sei ausgeglichen gewesen, gab es aus den ersten vier Rückrunden-Spielen nur vier Punkte. "Wir sind nicht so überheblich und sagen, dass wir jeden Gegner herspielen", meinte der 53-Jährige. "Wir machen einen Weg und müssen noch viele Schritte gehen." Der nächste soll schon gegen Mainz gemacht werden.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.02.2019 | 22:50 Uhr