Stand: 10.04.2020 12:38 Uhr

Werder-Coach Kohfeldt hofft auf "kleine neue Saison"

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Hat die Corona-Pause Werder vielleicht sogar gut getan, Florian Kohfeldt?

Seit Dienstag dürfen auch die Profis von Werder Bremen wieder trainieren. Maximal vier Spieler kann Coach Florian Kohfeldt dabei gleichzeitig auf den Platz bitten - und der Abstand muss gewahrt bleiben. Widrige Umstände, aber der Fußball-Bundesligist muss sich für den Tag X rüsten, sollte die unterbrochene Saison wirklich zu Ende gespielt werden. Dass die dann anstehenden Geisterspiele ein Nachteil für sein Team sein könnten, glaubt der 37-Jährige nicht, vielmehr rechnet er mit einer neuen, für Werder besseren Situation.

"Es würde eine kleine neue Saison beginnen. Mit einer sehr schlechten Ausgangslage für uns, aber keinesfalls mit einer aussichtslosen", sagte Kohfeldt im neuen Podcast "Die NDR 2 Bundesligashow". Vor der Pause habe er beim Tabellenvorletzten und im Umfeld eine "negative Dynamik" in den Köpfen wahrgenommen. Und jetzt? "Das alles ist weg. Wir würden im Prinzip neu beginnen."

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Kohfeldt vertraut Politikern und Experten

Aber geht das überhaupt: Die Bundesliga absolviert Geisterspiele, während weiter Geschäfte geschlossen bleiben müssen? "Ich bin froh, dass ich diese Frage nicht beantworten muss", betonte Kohfeldt, der im Interview viele Male darauf hinwies, dass es gerade Wichtigeres als Fußball gebe. Die Gesellschaft habe eine komplexe Situation durchzustehen - nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich und sozial. Das stehe an erster Stelle.

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt und seine Spieler dürfen wieder auf den Platz.

"Wenn der Fußball aber seinen Teil dazu beitragen und vielleicht auch ein Teil der Lösung sein kann, dann sollten wir das auch annehmen", sagte der Bremer Fußballlehrer.

Die Entscheidung überlasse er "den gewählten Volksvertretern und Experten", die es auch ohne Zwischenrufe schon schwer genug hätten. Deshalb würde er jede Ansage "ohne zu murren" akzeptieren.

"Das ist jetzt eine absolute Extremsituation"

Da aber nach wie vor nicht abzusehen ist, ob wirklich - wie zum Beispiel Clubchef Martin Kind von Hannover 96 glaubt - im Mai wieder der Ball rollt, bleibt die Lage verzwickt. "Die Bundesliga ist schon im normalen Alltag kaum vorher abzubilden, auf vieles kann man sich nur bedingt vorbereiten. Das ist jetzt die absolute Extremsituation, die es so noch nie gegeben hat", erklärte Kohfeldt, der sich auf seine "Gefühle und rationalen Gedanken" verlässt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 11.04.2020 | 15:30 Uhr

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