Stand: 27.03.2019 12:17 Uhr

Hannover 96: Kind setzt Doll und Heldt unter Druck

von Matthias Heidrich, NDR.de
Hannovers Sportchef Horst Heldt (l.) und Trainer Thomas Doll stehen in der Kritik.

Bei Hannover 96 hängt der Haussegen schief, innerhalb des Vereins und auch bei den abstiegsbedrohten Profis. Vor dem Heimspiel gegen Schalke zählt Clubchef Martin Kind Trainer Thomas Doll und Manager Horst Heldt an.

Martin Kind hat bei der jüngsten Mitgliederversammlung von Hannover 96 eine krachende Niederlage einstecken müssen. Der Nachfolger des scheidenden Club-Präsidenten kommt aus dem Oppositionslager des zerrissenen Clubs. Auf dem Platz reiht sich bei dem abstiegsbedrohten Bundesligisten ebenfalls Niederlage an Niederlage. Zuletzt setzte es sogar ein 0:5 im Testspiel gegen Zweitligist Bielefeld. Kind reicht es offenbar so langsam. Vor dem Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) gegen den FC Schalke 04 setzt der Geschäftsführer der Profiabteilung sein handelndes Personal unter Druck.

Kritik an Trainer Doll

"Ich persönlich habe gefühlt den Eindruck, dass weder André Breitenreiter noch jetzt Thomas Doll das Leistungspotenzial der Mannschaft ausschöpfen konnten", sagte Kind der "Bild" über den aktuellen Trainer und dessen Vorgänger. Dass der 74-Jährige dem Team gerade erst die Bundesligatauglichkeit abgesprochen hat, scheint er verdrängt zu haben. "Die Leistung in Stuttgart war schon desaströs. Dass die Leistung beim Test in Bielefeld noch schlechter war, ist schon außergewöhnlich."

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"Sollten das Spiel gegen Schalke und das Ergebnis abwarten"

Vor der wichtigen Partie des Tabellenvorletzten gegen die nur zwei Plätze besser platzierten Schalker meinte Kind zur Zukunft von Doll: "Wir sollten das Spiel und das Ergebnis abwarten." Allerdings verwies der 74-Jährige auch auf den noch bis Ende Juni 2020 laufenden Vertrag des Trainers. Er hoffe, dass Doll in den verbleibenden acht Saisonspielen noch eine Wende gelinge, sagte Kind.

Vernichtendes Arbeitszeugnis für Heldt

Zwischen den Zeilen lässt sich dabei herauslesen: Gegen Schalke darf sich der erst Ende Januar eingestellte Doll wohl keine weitere klare Pleite leisten. Zwischen Kind, dem Trainer und einer möglichen Entlassung würde aber noch Sportchef Horst Heldt stehen, der seinem Coach zuletzt den Rücken gestärkt hat. Heldts Stuhl scheint allerdings ebenfalls zu wackeln. In puncto Kaderzusammenstellung hatte Kind seinem Manager jüngst ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: "Die aktuelle Mannschaft ist kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert. Und das bei der teuersten Mannschaft, die wir je hatten."

Kinds Rechnung: Mehr Erfolg, weniger Verluste

Auf der Mitgliederversammlung hatte Kind 18 Millionen Euro Verlust für die laufende Saison verkündet und für den Fall des Abstiegs noch einmal 17 Millionen Euro Minus für die kommende Saison prognostiziert. "Die zwei entscheidenden Gründe sind der Transferaufwand, der dramatisch gestiegen ist, und das deutlich erhöhte Gehaltsniveau", erklärte der Clubchef nun und schob noch hinterher: "Bei mehr Erfolg wäre der Verlust nicht so dramatisch ausgefallen." Dinge, für die Heldt und Doll in erster Linie verantwortlich sind.

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