Stand: 06.12.2018 23:54 Uhr

BTSV: Ebel kündigt Rückzug an, Rau im Aufsichtsrat

Nach dem sportlichen Absturz der vergangenen Monate hat Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig den früheren Nationalspieler Tobias Rau in seinen Aufsichtsrat gewählt. 2019 muss sich der Verein jedoch einen neuen Chef suchen. Sebastian Ebel kündigte am Donnerstagabend bei der Mitgliederversammlung seinen Rückzug als Präsident des Clubs und Aufsichtsrats-Vorsitzender der Profifußball-Gesellschaft an.

Er wolle dem "Wunsch nach Erneuerung Rechnung tragen" und bitte den Verein daher, "umgehend mit der Suche nach einem qualifizierten Nachfolger zu beginnen", sagte der 55-Jährige. "Spätestens bis zur nächsten Mitgliederversammlung sollte ein Nachfolger gefunden sein." Ebel führt die "Löwen" seit 2007. Nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga ist die Eintracht auch in der Dritten Liga nur Tabellenletzter. Um die sportliche Kompetenz zu stärken, kündigte Ebel für "die nächsten Tage" die Präsentation eines neuen Managers an.

Sebastian Ebel im Interview.

Eintracht-Braunschweig-Präsident Ebel hört auf

NDR//Aktuell -

Eintracht Braunschweig steckt in einer tiefen Krise. Bei der Jahreshauptversammlung gab Vereins-Präsident Sebastian Ebel nun seinen Rückzug nach elf Jahren bekannt.

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Rau: "Für mich eine Herzensangelegenheit"

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Die Mitglieder von Eintracht Braunschweig bei einer Abstimmung.

Der in Braunschweig geborene Rau wurde mit 234 Ja-Stimmen bei 274 abgegebenen Stimmen in den Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA gewählt. Der 36-Jährige begann 1999 seine Profikarriere bei der Eintracht, wechselte danach zum VfL Wolfsburg, FC Bayern München und zu Arminia Bielefeld und bestritt 2003 sieben Länderspiele für Deutschland. "Das ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe das Gefühl: Ich kann helfen", sagte Rau, der als Berater der Clubführung zuletzt schon an der Verpflichtung des neuen Trainers André Schubert und der Suche nach einem neuen Manager beteiligt war.

Diskussion emotional, aber geordnet

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Gesamtverein macht Verlust

Wenige Stunden vor der Versammlung hatte Eintracht Braunschweig sein Jahresergebnis veröffentlich. Demnach hat der Gesamtverein das Geschäftsjahr 2017/2018 mit einem Verlust von 64.065 Euro nach Steuern beendet. "Trotz der ausbleibenden Gewinnausschüttung der Kapitalgesellschaft nach dem Abstieg ist der Verlust bei einem positiven Eigenkapital in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro gut verkraftbar", sagte Vize-Präsident Rainer Cech. "Dennoch müssen wir daran arbeiten, dass sich der Verein noch mehr aus eigenen Mitteln finanzieren kann und nicht mehr von den Ausschüttungen der GmbH abhängig ist."

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Die Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA, also die Gesellschaft für die ausgegliederte Profiabteilung, erzielte hingegen einen Überschuss von 2.741.476 Euro nach Steuern. "Der deutliche Überschuss ist natürlich erfreulich, weil er uns in der aktuellen Saison in der Dritten Liga absichert", sagte Präsident Ebel. "Man muss ganz klar sagen, dass ein Überschuss in dieser Größenordnung nicht geplant war, sondern aufgrund des Saisonverlaufs weniger Prämien ausgezahlt wurden. Zudem gab es aufgrund der zahlreichen Langzeitverletzten finanzielle Entlastungen sowie höhere Einnahmen aus der Vermarktung, insbesondere aus dem Bereich der TV-Gelder."

Wie der "kicker" berichtet, steuert der Club im laufenden Geschäftsjahr allerdings auf ein Millionen-Minus zu.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.12.2018 | 14:00 Uhr

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