Stand: 23.01.2020 08:56 Uhr

Meppen-Torjäger Undav: "Ich bin besser als du"

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Mit zwölf Toren und neun Vorlagen hat Deniz Undav großen Anteil am Meppener Höhenflug.

Deniz Undav ist der Senkrechterstarter der Dritten Liga. Als bester Scorer aller Vereine hat der Stürmer den SV Meppen im ersten Halbjahr in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen geführt. Am Sonnabend (14 Uhr/live im NDR Fernsehen und im Livecenter) endet für die Emsländer mit dem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim die Winterpause. Der 23-jährige Undav will "mit frischen Beinen und einem klaren Kopf" ins neue Jahr starten. Der gebürtige Niedersachse strotzt geradezu vor Selbstbewusstsein. Im Interview mit NDR.de spricht Undav über seine Tore, das verlorene Jahr in Braunschweig und seine Zukunft in Meppen.

Herr Undav, womit haben Sie die Zeit in der Winterpause verbracht?

Deniz Undav: Ich war bei meiner Familie in Achim, um mal richtig runterzukommen.

Haben Sie zwischendurch auch mal das vergangene halbe Jahr Revue passieren lassen?

Undav: Ich bin nicht der Typ, der großartig über die Vergangenheit nachdenkt. Ich wurde zwar immer wieder auf die Hinrunde angesprochen, aber ich mache mir nicht so den Kopf. Mich interessiert die Vergangenheit nicht.

Zwölf Tore und neun Vorlagen - Sie sind der beste Scorer der ganzen Liga. Sind Sie selbst überrascht, wie gut es gelaufen ist?

Undav: Nein. Ich bin davon überzeugt, dass ich überall, egal wo ich spiele, meine Tore machen kann. Die Qualität ist da, daran habe ich auch nicht gezweifelt, als es in den letzten Jahren nicht so gut gelaufen ist. Dass ich jetzt in der Dritten Liga erfolgreich bin, sehe ich als Lohn für meine jahrelange Arbeit.

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Haben Sie sich mal bei Nick Proschwitz bedankt, dass er im Sommer seinen Wechsel nach Braunschweig durchgesetzt und damit den Platz als Mittelstürmer für Sie freigemacht hat?

Undav: Ich habe gern mit Nick zusammengespielt und nie den Kopf hängen lassen. Wenn es bei einem Stürmer gut läuft, haben die Spieler dahinter wenig Argumente. Für mich persönlich war es gut, dass er unbedingt weg wollte. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich meine Qualität sowieso irgendwann durchgesetzt hätte.

Sie haben selbst ein Jahr lang bei der Eintracht gespielt. Sie kamen als Torjäger aus Havelse, sind in der Zweiten Liga aber ohne Einsatz geblieben. War es eine besondere Genugtuung, Meppen kurz vor der Winterpause mit einem Doppelpack in Braunschweig zum Sieg zu schießen?

Undav: Das Jahr in Braunschweig war für mich ein verlorenes. Es war eine schwierige Zeit, auch weil ich in meiner Karriere zum ersten Mal richtig verletzt gewesen bin. Als ich den Außenmeniskuseinriss auskuriert hatte, lief es für mich in der zweiten Mannschaft eigentlich ganz gut. Ich weiß nicht, warum ich keine Chance bei den Profis bekommen habe. Genugtuung habe ich bei den Toren aber nicht gespürt. Mir ist es wichtiger, dass ich in der Hinrunde gezeigt habe, dass ich die Qualität habe, in einer höheren Liga zu spielen.

Nach Ihren Toren lassen Sie häufig die Muskeln spielen. Was hat es mit der Jubelpose mit den beiden angespannten Oberarmen auf sich?

Undav: Das habe ich vom Basketball. Da machen das Spieler, die trotz eines Fouls einen Korb machen. Die Pose heißt: "Ich bin stärker als du!"

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Gewohnte Jubelpose: Deniz Undav lässt die Muskeln spielen.

Undav: Es wäre toll, wenn es mit dem Aufstieg klappt! Ich hatte jetzt mit Sportvorstand Heiner Beckmann ein Gespräch, wir sind also im Austausch. Aber ich kann noch nicht sagen, wie es weitergeht.

Kennen Sie Lucas Höler?

Undav: Ich kenne ihn nicht persönlich. Aber ich habe früher mit seinem Bruder Jan-Moritz zusammengespielt.

Höler und Sie haben einige Gemeinsamkeiten. Er kommt wie Sie aus Achim und wurde nicht in einem Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet. Sein Weg führte ihn über die Regionalliga und Dritte Liga in die Zweite Liga und 2018 dann in die Bundesliga zum SC Freiburg. Taugt er für Sie als Vorbild?

Undav: Ich freue mich für ihn, dass er es so weit geschafft hat. Vor allem auf dem meiner Meinung nach schwierigerem Weg. Dafür habe ich großen Respekt. Aber ich denke nicht über Vorbilder nach, sondern mache einfach mein eigenes Ding.

Haben Sie sich über die Winterpause gefreut, oder besteht die Gefahr, dass Sie aus dem Tritt kommen?

Undav: Das werden die ersten Spiele im neuen Jahr zeigen. Aber ich war froh über die Pause. Unser Spiel ist sehr anstrengend, da können einem schon mal die Kräfte ausgehen. Jetzt nehmen wir mit frischen Beinen und einem klaren Kopf einen neuen Anlauf.

Gegen Mannheim werden viele Augen auf Sie gerichtet sein. In den beiden ersten Saisonspielen waren Sie noch Einwechselspieler. Als Sie dann in Chemnitz zum ersten Mal von Beginn an ran durften, haben Sie gleich zwei Tore geschossen. Wie wichtig ist es, gut ins neue Jahr zu starten?

Undav: Die Situation war für mich damals sehr schwer. Ich war nach meiner guten Vorbereitung davon ausgegangen, zu Saisonbeginn in der Startelf zu stehen. Aber ich habe weiter hart gearbeitet und wusste, dass ich gleich performen muss, wenn ich die Chance bekomme. Die beiden Tore haben mir dann den Druck genommen und den Weg durch die Hinrunde geebnet. Jetzt hoffe ich, dass wir unsere Fans schon gegen Mannheim wieder begeistern.

Das Interview führte Florian Neuhauss, NDR.de

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 25.01.2020 | 14:00 Uhr