Stand: 31.10.2013 14:55 Uhr  | Archiv

Ochsenzoll: HSV-Talentschmiede seit 1928

von Bernd Schlüter, NDR.de
Das HSV-Trainingsgelände am Ochsenzoll in Norderstedt. © imago/Waldmüller Foto: Waldmüller
Das HSV-Trainingsgelände am Ochsenzoll in Norderstedt.

Rothenbaum und Bahrenfeld: In diesen Stadtteilen absolviert der Hamburger SV seit fast 100 Jahren seine Heimspiele, hier schlägt sein Herz. Aber auch einem dritten Ort kommt für die Entwicklung des Vereins zentrale Bedeutung zu: das Trainingsgelände am Ochsenzoll im schleswig-holsteinischen Norderstedt. Schon seit 1928 ist der HSV hier allgegenwärtig. Damals kaufte der Verein unter der Führung von Präsident Paul Hauenschild ein etwa 130.000 Quadratmeter großes Grundstück, um dort insgesamt zwölf Sportplätze zu erreichten. Treffpunkt war der ebenfalls zur Anlage gehörende "Lindenhof". Bis heute ist das Grundstück in seinen Ausmaßen nahezu unverändert: Einzig für HSV-Legende Uwe Seeler wurde eine Ausnahme gemacht. Er durfte dem Verein 1959 und 1962 insgesamt 1.400 Quadratmeter Land abkaufen, um dort sein Wohnhaus zu errichten.

Paul Hauenschild vererbt sein Vermögen - zweckgebunden

Das HSV-Trainingsgelände am Ochsenzoll in Norderstedt. © imago/Waldmüller Foto: Waldmüller
Die Sportplätze tragen den Namen des früheren HSV-Präsidenten Paul Hauenschild.

Zunächst errichteten die HSV-Mitglieder zwischen 1928 und 1931 mit viel Eigenarbeit ihr großes Trainingszentrum. Nach zwischenzeitlicher Zweckentfremdung zu Kriegszeiten und dem anschließendem Wiederaufbau wurde es ab 1963 kontinuierlich erweitert. Zu verdanken war dies vor allem dem wohlhabenden Hauenschild, der am 26. April 1962 starb und dem HSV sein gesamtes Vermögen vererbte - zweckgebunden für die Anlage am Ochsenzoll. So konnten unter anderem neue Umkleidekabinen (1963), eine 1.100-Quadratmeter-Sporthalle (1965) und ein Leistungszentrum (1971) finanziert werden. Auch in das 1999 errichtete Jugend-Internat flossen Mittel der Stiftung.

HSV plant neues Internat an der Arena in Bahrenfeld

Vor allem nach dem Abriss des Rothenbaum-Stadions rückte das Gelände am Ochsenzoll immer mehr in den Blickpunkt. Mittlerweile ist es am Hamburger Stadtrand aber wieder etwas ruhiger geworden. Seit 2004 trainieren die Profis an der Arena in Bahrenfeld, mittlerweile auch die U23. Direkt neben der Arena entsteht der sogenannte "HSV-Campus" mit Trainingsplätzen, Hörsälen und Co. - finanziert durch eine Fan-Anleihe. Bleibt abzuwarten, was dann aus dem Areal in Norderstedt wird, zumal der Trägerverein HSV Ochsenzoll bereits aus steuerlichen Gründen aufgelöst worden ist. Schon mehrfach ist seitens der Clubführung über die Versilberung des Grundstücks nachgedacht worden - bisher ohne Erfolg.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.09.2012 | 22:00 Uhr

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