Alan Gilbert lächelt in der Elbphilharmonie in Publikum © picture alliance/dpa / Axel Heimken Foto: Axel Heimken

Statt Mahler 9: Mahlers 4. Sinfonie als Konzertmitschnitt

Stand: 10.05.2021 17:00 Uhr

Am 22. Mai hier zu sehen: Gustav Mahlers Vierte Sinfonie als Konzertmitschnitt im virtuell stattfindenden Internationalen Musikfest Hamburg.

Für den Livestream am 22. Mai im Rahmen des virtuell stattfindenden Internationalen Musikfest Hamburg war eigentlich die Aufführung von Gustav Mahlers Neunter Sinfonie unter Leitung von Chefdirigent Alan Gilbert geplant. Obwohl sich Alan Gilbert inzwischen gut von seiner Covid-19-Erkrankung erholt, wird er das Konzert noch nicht wieder dirigieren können. Als Ersatz für den Livestream wird am Samstag, 22. Mai, ab 20 Uhr noch einmal der Mitschnitt eines Streaming-Konzerts des NDR Elbphilharmonie Orchesters vom Dezember 2020 gezeigt.

Alan Gilbert dirigiert Gustav Mahlers Vierte Sinfonie, die Sopran-Partie singt Anna Prohaska. Davor interpretiert Gautier Capuçon Antonín Dvořáks Cellokonzert.

Internationales Musikfest Hamburg
Konzertmitschnitt: Sa, 22.05.2021 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Alan Gilbert Dirigent
Anna Prohaska Sopran
Gautier Capuçon Violoncello
NDR Elbphilharmonie Orchester

ANTONÍN DVOŘÁK
Violoncellokonzert h-Moll op. 104
GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

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Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4

Foto-Porträt des Komponisten Gustav Mahler aus dem Jahr 1898. © picture alliance / Everett Collection | CSU Archives/Everett Collection
Gustav Mahlers Neunte letzte vollendete Sinfonie hätte eigentlich im Rahmen des IMF erklingen sollen. Um nicht auf Mahler verzichten zu müssen, zeigen wir Mahler 4 als Konzertmitschnitt.

Eine Sinfonie von Gustav Mahler in Corona-Zeiten? Ja, das ist möglich. Und wenn ein Werk aus dem monumentalen Schaffen des großen Weltanschauungsmusikers dafür geeignet ist, dann natürlich die Vierte Sinfonie. Bewusst hielt Mahler sie nach seiner ausufernden Dritten ganz "klassisch", in den Dimensionen wie auch in der Besetzung. So verzichtete er hier etwa ganz auf die Posaunen, beließ die Spieldauer bei etwas unter einer Stunde - und erreichte dennoch auch mit weniger Mitteln jene packende Intensität, wie man sie von ihm gewohnt ist.

Mit Anna Prohaska

Das Ergebnis ist eine nur auf den ersten Blick "kleine", "unschuldige" Sinfonie, ein "Als-ob von der ersten bis zur letzten Note", wie Theodor W. Adorno treffend charakterisierte. "Es ist die Heiterkeit einer höheren, uns fremden Welt darin, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat. Im letzten Satz erklärt das Kind, wie alles gemeint sei", erläuterte der Komponist selbst den zwischen nostalgischer Naivität und abgründiger Groteske schwankenden Tonfall seiner Vierten. Die Rolle des "Kindes", das im vierten Satz vom paradiesischen "himmlischen Leben" erzählt, übernimmt in Hamburg die auf Opern- und Konzertbühne weltweit gefragte Sopranistin Anna Prohaska.

Antonín Dvořák gespielt von Gautier Capuçon

Er gilt als einer der weltweit führenden Vertreter seines Faches und sorgt kontinuierlich mit seinen Aufnahmen und Konzerten für Aufsehen: der französische Cellist Gautier Capuçon. Im Dezember kehrt er nach längerer Zeit zum NDR Elbphilharmonie Orchester zurück und interpretiert unter der Leitung von Chefdirigent Alan Gilbert - an Stelle des eigentlich geplanten Elgar-Stücks - das wahrscheinlich beliebteste Cellokonzert aller Zeiten.

Porträt: Cellist Gautier Capuçon mit seinem Instrument © Gautier Capuçon Foto: Gregory Batardon
Der französische Cellist Gautier Capuçon spielt ein Instrument von Matteo Goffriler aus dem Jahre 1701.

Das h-Moll-Werk von Antonín Dvořák ist bis heute ein unübertroffener Klassiker des romantischen Repertoires, inspirierte zahlreiche nachfolgende Komponisten und ist für Cellisten nicht irgendein Cellokonzert, sondern schlichtweg DAS Cellokonzert.

Seinen einprägsamen Melodien und gewaltigen sinfonischen Entladungen, seiner fesselnden Virtuosität und überwältigenden Emotionalität kann sich niemand entziehen. Selbst Johannes Brahms war auf seinen jüngeren Komponisten-Freund neidisch: "Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?", soll er nach einem Blick auf die Partitur Dvořáks ausgerufen haben.

Orchester und Chor