Stand: 21.10.2020 17:28 Uhr

Jetzt als Video-on-demand: Salonen dirigiert Ravel

Im dritten Sonderkonzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Oktober gab es eine unverhoffte Wiederbegegnung mit dem finnischen Star-Dirigenten Esa-Pekka Salonen. Der neue Chef des San Francisco Symphony Orchestra interpretierte zwei besonders klangintensive und emotional bewegende Werke - mit reduzierter Orchesterbesetzung.

VIDEO: Esa-Pekka Salonen dirigiert Ravel (37 Min)

Di, 20.10.2020 | 18.30 Uhr
Di, 20.10.2020 | 21 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Esa-Pekka Salonen Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

RICHARD STRAUSS
Metamorphosen für 23 Solostreicher
MAURICE RAVEL
Ma mère l'oye (vollständige Ballettmusik)

Alle Konzerte in der Elbphilharmonie finden im Stundenformat und ohne Pause statt. Weitere Informationen zu den Hygieneregelungen vor Ort finden Sie hier.

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Metamorphosen für 23 Solostreicher

Weitere Informationen
Esa-Pekka Salonen dirigiert © Minna Hatinen Finnish National Opera and Ballet
32 Min

Esa-Pekka Salonen dirigiert Richard Strauss

Mit Strauss' "Metamorphosen" ist der finnische Dirigent Esa-Pekka Salonen zu Gast beim NDR Elbphilharmonie Orchester. 32 Min

Mit den "Metamorphosen" für 23 Solostreicher verlieh der 80-jährige Richard Strauss im Jahr 1945, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, seiner Trauer um die erschütterte Kulturlandschaft Ausdruck. Kein orchestraler Glanz, kein üppiger Zauber, sondern absolute Konzentration auf das Wesentliche - eine solche Musik hatte man von Strauss noch nicht gehört.

Das Prinzip ständiger Verwandlung, das der Komponist im Titel "Metamorphosen" benennt, ist dabei zugleich eine Metapher für die Zeit, in der wir leben, wie auch für die kompositorische Konzeption: Nach Art einer stetig fortlaufenden Variationskette entwickelt sich jedes Motiv aus dem vorherigen. Nichts kehrt so wieder, wie es einmal war …

Märchenhafte Klangfarben

Der fanzösische Komponist Maurice Ravel um 1930 am Klavier © picture-alliance / Imagno
Auf dem Programm: "Ma mère l'oye" des fanzösischen Komponisten Maurice Ravel (1875 bis 1937).

In eine ganz andere, vielen Erwachsenen verloren gegangene Welt entführt dagegen Maurice Ravels Ballett "Ma mère l’oye": in die "Poesie der Kindheit", wie der französische Komponist sie nannte und liebte. Der Titel des Stücks bezieht sich auf eine berühmte Märchensammlung von Charles Perrault und Ravels Musik entstand ursprünglich für die Kinder seiner Freunde, die diese "Sammlung kleiner Stücke" für Klavier zu vier Händen auch aufführen sollten.

Dem Meister des musikalischen Farbenspiels war die Partitur allerdings ein wenig zu komplex geraten, zudem schrie sie förmlich nach einer Orchestrierung. Und so erweiterte Ravel das Werk 1911 zu einem knapp halbstündigen Ballett voller raffinierter, exotischer, wahrhaft "märchenhafter" Klangfarben.

Orchester und Chor