Paavo Järvi & das NDR EO

Stand: 28.11.2020 02:00 Uhr

Paavo Järvi dirigiert Werke französischer Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Die Veranstaltungen können aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie leider nicht mit Publikum stattfinden, aber das heutige Konzert wurde live übertragen.

Zur Erstattung der Ticketpreise

Details zur Erstattung finden Sie auf folgender Seite unseres Vertriebspartners, der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft: Informationen zur Rückerstattung abgesagter Veranstaltungen.

IM LIVESTREAM - Fr, 27.11.2020 | 20 Uhr
ABGESAGT - Sa, 28.11.2020 | 21 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Paavo Järvi Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

FRANCIS POULENC
Sinfonietta
MAURICE RAVEL
Le Tombeau de Couperin
ALBERT ROUSSEL
Sinfonietta für Streichorchester op. 52
JACQUES IBERT
Divertissement

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Live ins Wohnzimmer

Die Rückkehr des viel beschäftigten Dirigenten Paavo Järvi zum NDR Elbphilharmonie Orchester war in dieser Saison eigentlich gar nicht geplant. Die zahlreichen Umplanungen aufgrund der Corona-Pandemie machen nun das Gastdirigat des derzeit wohl gefragtesten Sprosses der berühmten estnischen Dirigentenfamilie möglich - wenn auch leider nach wie vor im "Geisterkonzert" ohne Publikum im Saal, dafür per Livestream oder auf NDR Kultur in Ihrem Wohnzimmer

Francis Poulencs "Sinfonietta": Vive le plaisir!

Das Programm vereint französische Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, die - die komplexen, monumentalen Ansprüche der romantischen Sinfonik ohnehin strikt ablehnend - wunderbar Corona-taugliche, klassizistisch inspirierte, raffiniert instrumentierte Musik geschrieben haben.

Francis Poulenc (Schwarz-weiß-Fotografie mit großem Mikrofon) © picture-alliance / Mary Evans Picture Library
Francis Jean Marcel Poulenc wurde 1899 in Paris geboren. Sein Werk "Sinfonietta" komponierte er 1947, im Alter von 48 Jahren.

Für ein 1947 komponiertes Werk etwa wählte Francis Poulenc bezeichnenderweise den verkleinernden Titel "Sinfonietta", um damit auszudrücken, dass es ihm mehr auf das Vergnügen als auf einen ernsthaften Beitrag zur Gattung ankam. Mit ihrem Erfindungs- und Abwechslungsreichtum, ihrer erfrischenden Lebendigkeit und ihren zahlreichen Stil-Nachahmungen zeigt die Sinfonietta dafür ganz andere musikalische Qualitäten.

Ravel, Roussel & Ibert

Zwar nicht aus Vergnügen, aber mit ähnlichem stilistischen Ergebnis setzte Maurice Ravel in seiner Suite "Le Tombeau de Couperin" nicht nur der barocken Ästhetik des großen französischen Cembalisten François Couperin, sondern auch seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden ein Denkmal. Albert Roussel wiederum wählte für sein einziges Werk für Streichorchester, das er 1934 für das nur aus Frauen bestehende "Orchestre féminin de Paris" schrieb, den gleichen Titel wie sein Zeitgenosse Poulenc.

Frivole Zirkus- und Unterhaltungsmusik

Dass eine Dame auch den prominenten Kontrabass-Part seiner "Sinfonietta" übernehmen würde, hatte der Komponist übrigens selbst gar nicht für möglich gehalten … Sein Kollege Jacques Ibert schließlich folgte dem Zeitgeist der 1920er Jahre, indem er - frech und ungeniert - die altehrwürdigen musikalischen Welten der Oper, des Walzers und des "Sommernachtstraums" von Mendelssohn mit frivoler Zirkus- und Unterhaltungsmusik vermischte.

Dieses Thema im Programm:

NDR Elbphilharmonie Orchester | 27.11.2020 | 20:00 Uhr

Orchester und Chor