Beethovens Tripelkonzert in Lübeck

Dirigentin Karina Canellakis zählt neben Fabio Luisi und Sir Simon Rattle auch den neuen Chefdirigenten des NDR EO Alan Gilbert zu ihren Mentoren.

Von keinem Geringeren als Sir Simon Rattle wurde sie einst zum Dirigieren ermutigt: Die US-Amerikanerin Karina Canellakis steht in diesem Konzert erstmals am Pult des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Außerdem auf dem Podium der Musik- und Konzerthalle Lübeck: drei Solisten der Spitzenklasse - Christian Tetzlaff, Tanja Tetzlaff und Lars Vogt -, die seit Jahren auch als erfolgreiches Trio auftreten.

Fr, 10.01.2020 | 19.30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle (Willy-Brandt-Allee 10)

Einführungsveranstaltung mit Julius Heile um 18.30 Uhr

Karina Canellakis Dirigentin
Christian Tetzlaff Violine
Tanja Tetzlaff Violoncello
Lars Vogt Klavier
NDR Elbphilharmonie Orchester

ANTON WEBERN
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6
LUDWIG VAN BEETHOVEN

  • Tripelkonzert für Klavier, Violine und Violoncello
  • Coriolan-Ouvertüre
WITOLD LUTOSŁAWSKI
Konzert für Orchester

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Rarität für drei Solisten

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Dreifach geballte Solisten-Power vereint: Christian Tetzlaff, Tanja Tetzlaff und Lars Vogt treten auch gemeinsam als Tetzlaff-Trio auf.

Christian und Tanja Tetzlaff und Lars Vogt bilden die beste Voraussetzungen für Beethovens Tripelkonzert, eine Rarität für drei Solisten. Der Komponist schrieb das Konzert wahrscheinlich, um seinen Schüler, den Erzherzog Rudolph von Österreich, als Pianisten in ein Konzert einzubinden - ohne ihn zu sehr dem Rampenlicht auszusetzen.

Beethoven trifft auf das 20. Jahrhundert

Ein weiteres neuartiges Genre prägte Beethoven später mit seiner Ouvertüre zum Schauspiel "Coriolan": Sie drückt so komprimiert die gesamte Handlung des Stückes aus, dass sie bald vom Theater in den Konzertsaal wanderte. Nicht ohne Grund wird die Musik des erfindungsreichen Wiener Klassikers - wie mehrfach in der Saison - auch in diesem Konzert anlässlich des Beethovenjahrs in Beziehung zu Werken des 20. Jahrhunderts gesetzt.

Anton Weberns "Sechs Stücke für großes Orchester" erzählen ebenfalls eine Geschichte: Der Komponist betrauert in atonalen Klangverschiebungen den Tod seiner Mutter; jedes der Stücke kennzeichnet eine Stufe im Trauerprozess. Mit Lutosławskis "Konzert für Orchester" steht schließlich das Werk eines weiteren modernen Komponisten auf dem Programm, der in den 1950er-Jahren in seiner avancierten Tonsprache durchaus Altmeistern wie Beethoven nacheiferte.