Konzertmitschnitt: Järvi dirigiert Tschaikowsky & Nielsen

Stand: 08.05.2021 06:00 Uhr

Unverhoffte Rückkehr eines Pultstars: Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg dirigiert Paavo Järvi Tschaikowskys Serenade C-Dur und Nielsens Zweite Sinfonie beim NDR Elbphilharmonie Orchester.

Stardirigent Paavo Järvi war im Rahmen des virtuell stattfindenden Internationalen Musikfests Hamburg ein zweites Mal seit Beginn der Corona-Pandemie für ein Stream- und Radiokonzert zu Gast beim NDR Elbphilharmonie Orchester. Den Konzertmitschnitt können Sie jetzt im Video-on-demand noch einmal erleben.

Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg
Im Livestream: Fr, 07.05.2021 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Paavo Järvi Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

PETER TSCHAIKOWSKY
Serenade für Streichorchester C-Dur op. 48
CARL NIELSEN
Sinfonie Nr. 2 op. 16 "Die vier Temperamente"

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Der russische Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky in einem zeitgenössischen Ölgemälde von N. D. Kuznetsow aus dem Jahre 1893. © dpa
Den Konzertbeginn macht Piotr Tschaikowskys Streicherserenade in C-Dur.

Den Auftakt macht Peter Tschaikowskys Streicherserenade, die der bekennende Mozart-Fan 1880 als "Stück vom Herzen" niederschrieb. Der Bezug zur eher leichtgewichtigen Serenaden-Tradition der Klassik darf über die Qualität des überaus inspirierten Stückes nicht hinwegtäuschen: Immerhin hielt Tschaikowskys ehemaliger Lehrer, der gestrenge Anton Rubinstein, die Serenade für das beste Werk, das sein Schüler jemals komponiert habe. Und der Komponist selbst setzte es gern an den Anfang seiner Konzertprogramme auf Auslandstourneen - unter anderem bei einem Gastspiel in Hamburg.

Sinfonie mit Temperament

Tschaikowskys strahlendes C-Dur-Werk mit dem berühmten Walzer in der Mitte lässt kaum erahnen, dass der russische Komponist sein Temperament selbst ansonsten wohl eher in die Kategorie des Melancholikers eingeordnet hätte. In diesem Sinne hätte er den langsamen 3. Satz aus Carl Nielsens Zweiter Sinfonie besonders schätzen müssen.

Der Däne hatte im Jahr 1901 nämlich die brillante Idee, die vier Sätze einer Sinfonie den vier Temperamenten - Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker und Sanguiniker - zuzuordnen. Mit einem aufbrausenden Kopfsatz, einem gemütlich verträumten Walzer, einem pathetisch klagenden Andante und einem vorwärts stürmenden Finale gelang ihm so ein überaus zündendes Werk, für das er die traditionellen Charaktere einer Sinfonie zudem kaum eigens verbiegen musste.

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Orchester und Chor