Der amerikanische Stargeiger Joshua Bell spielt Bruchs "Schottische Fantasie". © Chris Lee Foto: Chris Lee

Alan Gilbert & Joshua Bell

Stand: 08.06.2021 11:00 Uhr

Sonnenaufgang, Jagdhörner und schottische Volksweisen: Ein tiefer Blick in die musikalische Romantik mit Stargeiger Joshua Bell, Chefdirigent Alan Gilbert und dem NDR Elbphilharmonie Orchester.

Als einer der bekanntesten amerikanischen Musiker konzertiert Joshua Bell seit seinem Carnegie-Hall-Debüt im Alter von 14 Jahren heute auf allen großen Bühnen der Welt - und manchmal auch in der Metrostation: Mit einem Experiment, bei dem sich der Grammy-Preisträger unerkannt als Straßenmusiker ausgab und gut 40 Minuten für nur 30 Dollar und ein paar Zerquetschte spielte, sorgte er im Jahr 2008 für Schlagzeilen.

Do, 21.10.2021 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
Joshua Bell Violine
NDR Elbphilharmonie Orchester

MAX BRUCH
Schottische Fantasie op. 46
für Violine und Orchester
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 4 Es-Dur "Romantische"

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Zum NDR Elbphilharmonie Orchester kehrt Bell jetzt im Vorfeld von dessen Europa-Tournee ganz ungetarnt zurück, bringt mit Max Bruchs "Schottischer Fantasie" dafür aber einen seinerseits zu Unrecht verkannten Repertoireschatz mit.

Verfallene Schlösser ...

Bruch sammelte Inspirationen für das konzertgleiche, viersätzige Werk bei der Lektüre des schottischen Dichters Walter Scott und stattete seine Musik mit reichlich Lokalkolorit aus: Die einprägsamen Melodien der Fantasie sind von Volksliedern aus dem Land der Dudelsäcke und Kilts abgeleitet und die wichtige Rolle der Harfe erinnert an die Gesänge der nordischen Barden.

Die Einleitung von Bruchs Fantasie soll laut Kommentar des Komponisten gar Erinnerungen an "alte herrliche Zeiten" beim "Anblick eines verfallenen Schlosses" heraufbeschwören.

… und Waldhorn-Stimmungen

Chefdirigent Alan Gilbert in der Elbphilharmonie Hamburg © Peter Hundert Foto: Peter Hundert
Alan Gilbert dirigiert Bruckners Vierte Sinfonie.

Mit dieser echt romantischen Vorstellungswelt liegt Bruch ganz auf einer Wellenlänge mit seinem wenig älteren Kollegen Bruckner. "Wie der Türmer in der Früh das neue Deutsche Reich anbläst", so soll der Hornist dessen Vierte Sinfonie eröffnen. Im zweiten Satz ging es Bruckner angeblich um die Darstellung eines Liebes-Ständchens und der dritte Satz entführt in romantische Waldesstimmung samt herannahendem Jagdtross, so jedenfalls die nachträglichen Kommentare des Komponisten.

Jenseits solcher Programmatik aber ist die Vierte wie die übrigen Sinfonien Bruckners vor allem eines: ein gewaltiges musikalisches Bauwerk voll herrlicher Winkel, Turmspitzen und eindrucksvoller Gewölbe.

Orchester und Chor