Der amerikanische Stargeiger Joshua Bell spielt Bruchs "Schottische Fantasie". © Chris Lee Foto: Chris Lee

Konzertmitschnitt: Alan Gilbert & Joshua Bell

Stand: 22.10.2021 06:00 Uhr

Sonnenaufgang, Jagdhörner und schottische Volksweisen: Ein tiefer Blick in die musikalische Romantik mit Joshua Bell, Chefdirigent Alan Gilbert und dem NDR Elbphilharmonie Orchester.

Ausnahmegeiger Joshua Bell kehrt im Vorfeld der Europa-Tournee des NDR Elbphilharmonie Orchesters nach Hamburg zurück und bringt mit Max Bruchs "Schottischer Fantasie" einen zu Unrecht verkannten Repertoireschatz mit. Im zweiten Konzertteil dirigiert Alan Gilbert Bruckners "Romantische", die Sinfonie Nr. 4.

Im Livestream & als Video-on-demand

Das Konzert wurde als Videolivestream auf dieser Seite sowie in der NDR EO App übertragen und steht ab sofort als Video-on-demand für 30 Tage zum Nachhören bereit.

Do, 21.10.2021 | 20 Uhr (auch im Livestream)
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen mit Julius Heile jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
Joshua Bell Violine
NDR Elbphilharmonie Orchester

MAX BRUCH
Schottische Fantasie op. 46
für Violine und Orchester
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 4 Es-Dur "Romantische"

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Verfallene Schlösser ...

Bruch sammelte Inspirationen für das konzertgleiche, viersätzige Werk bei der Lektüre des schottischen Dichters Walter Scott und stattete seine Musik mit reichlich Lokalkolorit aus: Die einprägsamen Melodien der Fantasie sind von Volksliedern aus dem Land der Dudelsäcke und Kilts abgeleitet und die wichtige Rolle der Harfe erinnert an die Gesänge der nordischen Barden.

Die Einleitung von Bruchs Fantasie soll laut Kommentar des Komponisten gar Erinnerungen an "alte herrliche Zeiten" beim "Anblick eines verfallenen Schlosses" heraufbeschwören.

… und Waldhorn-Stimmungen

Chefdirigent Alan Gilbert in der Elbphilharmonie Hamburg © Peter Hundert Foto: Peter Hundert
Alan Gilbert dirigiert Bruckners Vierte Sinfonie.

Mit dieser echt romantischen Vorstellungswelt liegt Bruch ganz auf einer Wellenlänge mit seinem wenig älteren Kollegen Bruckner. "Wie der Türmer in der Früh das neue Deutsche Reich anbläst", so soll der Hornist dessen Vierte Sinfonie eröffnen. Im zweiten Satz ging es Bruckner angeblich um die Darstellung eines Liebes-Ständchens und der dritte Satz entführt in romantische Waldesstimmung samt herannahendem Jagdtross, so jedenfalls die nachträglichen Kommentare des Komponisten.

Jenseits solcher Programmatik aber ist die Vierte wie die übrigen Sinfonien Bruckners vor allem eines: ein gewaltiges musikalisches Bauwerk voll herrlicher Winkel, Turmspitzen und eindrucksvoller Gewölbe.

Orchester und Vokalensemble