A Universe of Sound: 20th Century Percussion

Das Schlagquartett Köln (von links: Boris Müller, Dirk Rothbrust, Achim Seyler und Thomas Meixner) treffen im Percussion-Konzert in der Elbphilharmonie auf ihre Kollegen des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Mit dem 20. Jahrhundert begann die große Zeit für Schlagzeuger. Jahrhunderte lang hatten sie in der europäischen Kunstmusik bestenfalls eine Nebenrolle inne. Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich das grundlegend. NDR Percussion und das Percussion Orchestra Cologne präsentierten beim dritten Internationalen Musikfest Hamburg Klassiker und Highlights aus ihrer Goldenen Ära sowie die Uraufführung eines neuen Stückes von Enno Poppe.

Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg
Sa, 05.05.2018 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

NDR Percussion
POC Percussion Orchestra Cologne (Schlagquartett Köln und Gäste)
Paola Alcocer Crespo Sopran
Johannes Fischer Dirigent

EDGAR VARÈSE
Ionisation für 13 Schlagzeuger
ENRIQUE GUIMERÁ
Haikústicos für fünf Marimbaphone (Auszüge)
MAURICE OHANA
Quatre études chorégraphiques für sechs Schlagzeuger
KARLHEINZ STOCKHAUSEN
Zyklus für einen Schlagzeuger
ENNO POPPE
Schrauben für 13 Schlagzeuger (Uraufführung, Auftragswerk des NDR)
ALBERTO GINASTERA
Cantata para America Magica op. 27 für dramatischen Sopran und Schlagzeugorchester

In Kooperation mit NDR das neue werk

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Sirenen und Löwengebrüll

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Sie sind NDR Percussion: der Solo-Pauker des NDR Elbphilharmonie Orchesters Stephan Cürlis und die Ersten Schlagzeuger Jésus Porta Varela (Mitte) und Thomas Schwarz.

Den Startschuss für die große Zeit der Schlagzeugmusik feuerte Anfang der 1930-Jahre Edgard Varèse ab; in "Ionisation" entwarf er erstmals eine Musik, die nur aus Rhythmus und Klangfarben besteht. Neben dem Klavier kommen hier alle erdenklichen Perkussionsinstrumente, zwei Sirenen und das "Löwengebrüll" zum Einsatz.

Groove und "Offene Form"

Ein großer Freund der Avantgardisten war Maurice Ohana nicht: "Fürst der Himmel und der Musik, bewahre mich vor Akademikern, die richten, verdammen und sich gegenseitig rühmen, Meister der Avantgarde zu sein", so eine seiner ironischen Äußerungen. Ohanas Musik kann schließlich auch richtig grooven. Seine vier Etüden für vier Schlagzeuger komponierte der Franzose 1955 im Auftrag des NDR.

Karlheinz Stockhausen spielte mit "Zyklus für einen Schlagzeuger" 1959 die Möglichkeiten einer "offenen Form" durch. Jeder Interpret muss sich seinen eigenen Weg durch die Partitur aus acht losen Blättern bahnen; einen festgelegten Anfang und ein Ende gibt es nicht. Die Instrumente sind kreisförmig um den Schlagzeuger herum aufgebaut, und so dreht der Spieler sich im Durchgang durch "Zyklus" einmal um sich selbst.