neue musik

Liebe und Schmerz: George Benjamin in Hamburg

Dienstag, 12. März 2019, 21:00 bis 22:00 Uhr

"Was du aus der Vergangenheit lernst, ist ein Spiegel deiner Selbst!"
Das ist der eine der beiden wesentlichen Erkenntnisse, die George Benjamin vom französischen Komponisten Olivier Messiaen gelernt hat. Und noch ein Zitat des großen Meisters und Lehrers des 20. Jahrhunderts begleitet ihn: "Wofür Dein Herz schlägt, das weist Dir den Weg in die Zukunft." Leider schlage sein Herz höher in Dramen um Liebe und Gewalt, erklärt er. Das habe er seinem bewunderten Lehrer nie sagen wollen.

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Der 1960 in London geborene Komponist und Dirigent George Benjamin studierte bei Olivier Messiaen in Paris.

In Hamburg stehen im April seine "Lessons in Love and Violence", seine "Lektionen in Liebe und Gewalt", auf dem Programm der Hamburger Staatsoper, dirigieren wird Kent Nagano. Diese jüngste Oper nach Christopher Marlowes "Edward II" wurde bei der Premiere in London am 10. Mai 2018 mit Riesenapplaus aufgenommen und auch auf der DVD kann man schon ahnen, welche Kräfte diese Oper in der live-Aufführung entfaltet. Mit dem Textdichter Martin Crimp und dem Komponisten George Benjamin haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. Wenn sie über das Schicksal von Eduard II. aus England erzählen, dann geht es um mehr als um das Schicksal des homosexuellen Königs, um mehr als Macht, Verrat und Sex.  Es geht, so der Dramatiker, um "die grenzenlose Liebe, die alles vergessen lässt".

Im "Multiversum George Benjamin" in der Elbphilharmonie gab es in dieser Saison mehrfach Gelegenheit, in den Klangkosmos von George Benjamin einzutauchen. Und der Applaus und die Gespräche im Foyer zeigen, der 1960 in London geborene Komponist und Dirigent hat einen großen Teil des Publikums musikalisch verführt und neugierig gemacht auf mehr neue Musik.

Eine Sendung von Margarete Zander