Bestattungen in Schleswig-Holstein werden teurer

Stand: 25.05.2022 05:00 Uhr

Durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine steigen in vielen Bereichen die Preise. Das trifft auch Bestattungsunternehmen, die deshalb jetzt zum Teil höhere Beträge von ihren Kunden verlangen.

Energiekosten, aber auch die Preise für Waren und Materialien seien gestiegen, berichten Bestatterinnen und Bestatter aus Schleswig-Holstein. Denn bei einer Beisetzung wirken ganz unterschiedliche Gewerke zusammen: Steinmetzinnen und Steinmetze, Floristinnen und Floristen, Tischlerinnen und Tischler oder auch Betreiberinnen und Betreiber von Krematorien. Und alle kämpfen mit der aktuellen Inflation.

Bestatter: Sargpreise hängen von Holzpreisen ab

Konkret gestiegen sind zum Beispiel die Sargpreise: "Die Sargpreise hängen vorwiegend von den Holzpreisen ab. Das haben wir ja schon bei Corona festgestellt, dass Holz auf einmal sehr teuer wurde. [...] So ist das natürlich bei den Särgen auch", sagt der Lübecker Bestattungsunternehmer Raphael Wardecki. Für ein günstiges Modell aus Osteuropa habe sich der Preis beispielsweise verdreifacht.

Auch Feuerbestattungen werden teurer

Auch bei Feuerbestattungen zeigt sich ein Preisanstieg. Wegen der gestiegenen Gas- und Stromkosten erhöhen die Krematorien in Kiel, Lübeck und Tornesch (Kreis Pinneberg) ihre Preise ab Juli um acht Prozent - nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit zehn Jahren. Dazu kommt der teurer gewordene Sprit für Leichentransporte. "Ein Großteil der Bestattungswagen fährt auch mit Diesel oder Benzin, also auch da treffen uns die Preissteigerungen", so Wardecki. Für Blumenschmuck auf dem Sarg müssen Bestatter nach eigenen Angaben bis zu 20 Prozent mehr zahlen.

Unternehmer erhöhen Preise zum Teil um ein Drittel

Die gestiegenen Kosten müssen die Bestattungsunternehmen am Ende auch an ihre Kunden weitergeben. Raphael Wardecki musste seine Preise insgesamt um rund ein Drittel anheben, erzählt er. Eine einfache Erdbestattung kostet bei ihm etwa 2.300 Euro.

Einen Überblick über gestiegene Preise in der gesamten Branche gibt es nach Angaben der Bestatterinnung in Schleswig-Holstein nicht. Die Innung betont jedoch, dass niemand allzu starke Preisanstiege befürchten müsse. Beim Gesamtpreis von mehreren tausend Euro gebe es nämlich großen Spielraum. Wie teuer es am Ende wird, hängt demnach auch immer von den individuellen Wünschen der Angehörigen ab. Die Verbraucherzentrale rät: rechtzeitig Preise vergleichen und vorsorgen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 24.05.2022 | 19:30 Uhr

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