Bergung des Traditionsseglers im Lübecker Hafen gestartet

Stand: 20.03.2024 13:13 Uhr

In Lübeck hat am Mittwoch die Bergung der gut 140 Jahre alten "Fridthjof" begonnen. Das Schiff war in der Nacht zum 9. März im Museumshafen am Rande der Altstadt gesunken. Es war sanierungsbedürftig.

Nur noch die zwei Masten des Traditionsseglers schauen aus dem Wasser - allerdings nicht mehr lange. Taucher haben mit den vorbereitenden Arbeiten für die Bergung der "Fridthjof" begonnen. Sie holen herumschwimmenden Müll aus dem Wasser, sollen die Takelage und die Masten lösen. Anschließend werden nach Angaben der Stadt Lübeck Drahtseile unter den Rumpf gespült, um damit später auch Schwerlastgurte unter das Schiff zu ziehen. Ein Schwimmkran soll kommende Woche dann den Rumpf aus dem Wasser heben.

Ölfilm auf der Trave

Bereits nach dem Untergang der "Fridthjof" war Öl ausgetreten und sorgte tagelang für einen bunt flimmernden Ölfilm auf der Lübecker Trave. Die Feuerwehr legte gelbe Ölsperren aus, um eine weitere Verschmutzung zu verhindern. Kurz nach Beginn der Bergungsarbeiten am Vormittag bildete sich erneut ein Ölteppich von rund 10 x 50 Metern außerhalb der verlegten Ölsperre. Die Feuerwehr reagierte innerhalb weniger Minuten und fing das ausgetretene Öl mit einer weiteren Sperre ein. Die untere Wasserbehörde der Hansestadt Lübeck begleitet die gesamte Bergungsmaßnahme, um mögliche Wasserverunreinigungen zu vermeiden, erklärte Stadtsprecherin Nicole Dorel.

Traditionssegler wird abgewrackt

Nach der Bergung wird die "Fridthjof" an Land gebracht. Das Schiff ist nach Angaben der Stadt nicht mehr zu retten. Es soll deshalb zerlegt werden. Auch hierbei soll demnach darauf geachtet werden, dass keine umweltschädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Gullys oder Hafeneinläufe werden verschlossen. Motor, Getriebe, Tanks und Rohrsysteme mit speziellen Saugwagen restentleert, damit Brenn- und Schneidarbeiten gefahrlos möglich sind, so die Stadtsprecherin. Die Kosten für die Bergung muss der Eigner, beziehungsweise seine Versicherung übernehmen. Wie teuer das wird, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Auch die Ursache für den Untergang der "Fridthjof" ist noch unklar. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Galeasse galt nicht mehr als seetüchtig

Das Vollholzschiff lag zuletzt im Hafen an der Untertrave in der Nähe der Hubbrücke. Die Galeasse von 1881 war einst als Robben- und Walfänger im Norden unterwegs. Sie galt als marode und nicht mehr seetüchtig. Zuletzt wurde es bis 2019 als Charterschiff für Törns mit bis zu 35 Personen genutzt, unter anderem für Ausflugsfahrten und Erlebnispädagogik. Es war in den vergangenen Jahren mehrfach verkauft worden. Erst Anfang des Jahres hatte ein neuer Eigentümer es übernommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2024 | 13:00 Uhr

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