Stand: 16.01.2014 15:20 Uhr  | Archiv

Norddeutschlands Supercomputer läuft

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Der extrem leistungsstarke Computer "Gottfried" an der Universität Hannover.

Wenn Forscher an bestimmten Problemen herum tüfteln, kommen sie ohne den Computer meistens nicht aus. Doch die Aufgaben, die es mit Blick auf das Klima, den Verkehr oder die Energiewende zu lösen gilt, werden immer komplexer. Und sie fressen immer mehr Rechnerleistungen, sprich: Vielfach stoßen die Computer rein technisch an ihre Grenzen. Der Supercomputer HLRN-III soll weiterhelfen. Dessen niedersächsischen Teil hat Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic von den Grünen am Donnerstag in Betrieb genommen hat.

Computer passt in fünf Schränke

Die niedersächsische Hälfte des Superrechners steht in einem kahlen Raum in der Uni Hannover, passt in fünf große Stahlschränke und wird mit modernster Klimatechnik gekühlt - deshalb klingt er so, als ob gleich ein Zug losfahren würde. Über eine Datenleitung ist er mit seinem zweiten Standort in Berlin verbunden. Das Turbo-Tempo und den riesigen Speicherplatz dürfen allerdings nur Forscher beanspruchen. Das elektronische Superhirn könne Probleme aus dem Weg räumen, die auf kleineren Rechnern überhaupt nicht lösbar oder zu bearbeiten wäre, zum Beispiel wenn es um das Weltklima gehe, sagt Steffen Schulze-Kremer, zuständiger Abteilungsleiter an der Leibniz-Universität Hannover.

Die niedersächsische Hälfte des Superrechners

Länder und Bund teilen sich Kosten von 30 Millionen Euro

Alle Menschen der Erde müssten 40 Jahre lang ununterbrochen ihren Taschenrechner bearbeiten, zusammen kämen sie dann an das heran, was der Supercomputer täglich berechnen kann. Er ist der schnellste seiner Art in Norddeutschland und bundesweit auf Platz vier. "Wir brauchen derartige Hochleistungsrechner der Spitzenklasse, damit unsere Forscher vernünftig arbeiten können", sagt Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic. Neben Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich drei weitere Bundesländer an dem Projekt. Der in der Forschungslandschaft einmalige Länderverbund habe gemeinsam mit dem Bund rund 30 Millionen Euro in den Supercomputer investiert, um im internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb mitmischen zu können, so die Ministerin.

"Gottfried" und "Konrad" erwarten schon bald Nachwuchs

"Gottfried" und "Konrad", so heißen die beiden Rechner in Hannover und Berlin, sind die mittlerweile dritte Generation des norddeutschen Hochleistungsrechners HLRN. Schon jetzt steht fest, dass es bald Nachwuchs geben wird, sagt Abteilungsleiter Schulze-Kremer. Wartungs- und Stromverträge seien nur für fünf Jahre geschlossen worden. "Danach werden wir uns einen neuen Rechner besorgen müssen, weil der alte zu unwirtschaftlich geworden sein wird", so Schulze-Kremer.

Supercomputer im Vergleich
ComputerKerneRechenleistung (TFlop/s)Arbeitsspeicher (GB)Weitere Informationen
Tianhe-23.120.00054.902,41.024.000Der weltweit schnellste Supercomputer im chinesischen Guangzhou.
JUQUEEN458.7525.872458.752Deutschlands schnellster Supercomputer im Forschungszentrum Jülich (NRW).
HLRN-III85.0002.600222.000Der neue Supercomputer HLRN-III in Hannover und Berlin. (geplante Leistung Ende 2014)
Playstation 481,848Zum Vergleich: die neueste Spielekonsole von Sony.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.01.2014 | 08:00 Uhr

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