Sendedatum: 20.10.2014 16:20 Uhr  | Archiv

Einblicke in die Welt der E-Sportler

von Hartwig Tegeler

Computerspiele sind reines Hobbymaterial für tageslichtscheue Jugendliche, die sich mit dem exzessivem Spielen womöglich sogar Chancen in der echten Welt berauben. Denkt man. Aber die Zahl der Gamer nimmt exponentiell zu und die Szene hat sich längst professionalisert: E-Sport nennt man es inzwischen, wenn Computerspieler zum Wettkampf antreten. Auf internationalen Turnieren können professionelle E-Sportler mittlerweile Preisgelder in Millionenhöhe gewinnen.

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Mit Online-Spielen lässt sich richtig Geld verdienen. Nicht nur als Spielehersteller, auch als Gamer.

Dota 2 ist ein kostenloses Echtzeit-Strategiespiel, in dem Gruppen aus fünf Spielern gegeneinander antreten. Die Dokumentation "Free to Play" begleitet drei dieser Gamer, die zu einem großenTurnier in Köln anreisen: Clinton aus Oregon, Benedict aus Singapur und Danil aus der Ukraine.

 

Ein hartes Geschäft

"Computerspiele waren immer alles für mich", sagt Danil Shutin aus der Ukraine. Als er mit seinem Team eine Million US-Dollar auf dem Dota-2-Turnier in Köln gewinnt, ist er 22 Jahre alt. Die Frage, die sich den jungen Spielern stellt: Sollen sie Profis werden? E-Sport-Profis? Und versuchen, als Gamer ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Und sollten sie Profispieler Alexander Kohanovsky glauben, wenn der bezüglich des Alters von E-Sportlern sagt, man dürfe nicht älter als 25, 26 Jahre sein? Denn danach, so Kohanowsky, verschlechtere sich die Reaktionszeit. Man könne einfach nicht mehr so schnell klicken wie die Kids. Kurzum, auch der E-Sport ist ein hartes Geschäft.

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Dokumentation: Free to Play

Auf YouTube steht die ganze Doku legal und kostenfrei zur Verfügung. extern

Ein Werbeclip, aber mit tiefem Einblick in die Szene

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In Asien sind professionelle Gamer die Helden ganzer Generationen, und auch im Land berühmter als die nationale Fußballelf.

Produziert wurde diese Dokumentation von der Spiele-Firma Valve. Natürlich ist "Free to Play" damit auch ein Werbeclip für das eigene Spiel und wohl auch deshalb kostenlos auf YouTube zu sehen oder downzuloaden. Es ist natürlich kein Film über pädagogische Bedenken zu Computerspielen. Vielmehr gibt diese Doku einen durchaus aufschlussreichen Einblick in die Szene und in ein immer größer werdendes Geschäft. In Asien ist der E-Sport schon heute eine professionelle Karrieremöglichkeit. Dort, erzählt der E-Sport-Experte James Harding im Film, nehmen sie Gaming viel ernster: "Nur um ein Beispiel zu nennen: Vor einem Weltmeisterschaftsspiel lud sich die koreanische Fußballnationalmannschaft professionelle Gamer in ihren Umkleideraum ein. Damit die Fußballer zur Motivation vor dem Spiel noch einmal ihre Helden treffen konnten."

Dass die Dokumentation von fremden Welten und neuen Geschäftsfeldern erzählt, das macht diese Anekdote deutlich. Denn dass sich hierzulande Müller, Neuer, Schweinsteiger oder Lahm von Gamern einen Motivationskick verpassen lassen würden: schwer vorstellbar.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 20.10.2014 | 16:20 Uhr

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