Eine Grafik zeigt eine Landkarte Mecklenburg-Vorpommerns mit den Erststimmenergebnissen der Landtagswahl. © infratest dimap / NDR Foto: infratest dimap / NDR

Der neue Landtag bekommt acht zusätzliche Sitze

Stand: 27.09.2021 10:00 Uhr

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wird zum ersten Mal 79 statt der üblichen 71 Sitze umfassen, denn die SPD hat in den Wahlkreisen mehr Direktmandate gewonnen, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustünden.

In den nächsten Landtag von Mecklenburg-Vorpommern werden 79 statt 71 Frauen und Männer einziehen. Die SPD hat 34 der 36 Direktmandate in den Wahlkreisen gewonnen. Diese Mandate hat sie sicher, obwohl ihr nach dem Zweitstimmenanteil weniger Mandate zustehen würden. Um diesen durch die sogenannten Überhangsmandate entstandenen vermeintlichen Vorteil der Sozialdemokraten auszugleichen, bekommen die anderen Fraktionen Ausgleichsmandate. So wird sichergestellt, dass sich das Kräfteverhältnis der im Landtag vertretenen Parteien, wie es sich im Zweitstimmen-Wahlergebnis ausdrückt, im Landtag entsprechend abgebildet wird.

SPD räumt bei den Direktmandaten ab

Nach dem von der Landeswahlleiterin mitgeteilten vorläufigen Endergebnis wird die SPD deshalb im nächsten Landtag 34 Sitze bekommen. Die AfD kommt auf 14, die CDU auf 12, die Linke auf 9, die Grünen 5 und die FDP ebenfalls 5 Sitze. Die SPD wird somit alle 34 Frauen und Männer ins Parlament schicken, die für die SPD ihren Wahlkreis direkt gewonnen haben. Das sind acht Direktmandate mehr als 2016. Nur zwei Wahlkreise gingen direkt an andere Parteien. So gewann der AfD-Kandidat Enrico Schult mit 27,4 Prozent den Wahlkreis 13 (Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern-Greifswald I) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte im Wahlkreis 24 (Vorpommern-Rügen II - Stralsund III) mit 33,1 Prozent die Nase vorn. Vor vier Jahren holte die CDU sieben, die AfD drei Direktmandate.

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Bestes Erststimmenergebnis für Landwirtschaftsminister Backhaus

Das beste Ergebnis in den Wahlkreisen erzielte Landwirtschaftsminister Till Backhaus: Der SPD-Politiker kam im Wahlkreis 17 (Ludwigslust-Parchim I) auf 51,5 Prozent der Erststimmen. Der dienstälteste Landesminister verbesserte sich im Vergleich zur Wahl 2016 noch einmal um knapp zehn Prozentpunkte und liegt damit noch vor Manuela Schwesig mit 46,4 Prozent. Die Ministerpräsidentin hatte den Wahlkreis 8 (Schwerin I) von ihrem Amtsvorgänger Erwin Sellering übernommen, der dort 2016 noch einen Prozentpunkt mehr bekommen hatte.

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