Stand: 15.12.2012 13:26 Uhr  | Archiv

Lohmen im kleinen Kreis der "Geber-Gemeinden"

Holzwaage mit Geldscheinen in den Waagschalen.
Lohmen wird über den Finanzausglaich zur "Geber-Gemeinde".

Die Steuern in Mecklenburg-Vorpommern sprudeln: Auch die Kommunen nehmen 2012 mehr Geld ein als zum Jahresanfang erwartet - vor allem aus der Gewerbesteuer. Trotzdem gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nur wenige Kommunen, die so hohe Gewerbesteuereinnahmen haben, dass sie kein Geld vom Land erhalten, sondern etwas abgeben müssen. Im kommenden Jahr gehört Lohmen im Landkreis Rostock erstmals zum kleinen Kreis der "Geber-Gemeinden".

Windkraftfirma ist größter Steuerzahler

Gut 700 Einwohner hat die Gemeinde Lohmen südwestlich von Güstrow - Tendenz steigend. Es ist eine beliebte Wohngegend, die Arbeitslosenquote ist dort sehr gering. Neben Pflegezentrum für Senioren, Reha-Klinik und Hotel gibt es viele Gewerbebetriebe und Dienstleistungsfirmen im Ort. Der mit Abstand größte Steuerzahler in der Gemeinde entwickelt und verwirklicht bundesweit Windenergieprojekte, sagt Bürgermeister Bernd Dikau: "Das ist die Firma Umweltgerechte Kraftanlagen, die hat jetzt hier in Lohmen eine Ansiedlung vorgenommen."

Zahlungen in den Finanzausgleich fällig

Mit höheren Gewinnen der Unternehmen würden auch die Gewerbesteuereinnahmen steigen. Dadurch kann sich die Gemeinde selbst versorgen. Nach dem Finanzausgleichsgesetz erhält Lohmen deshalb vom Land keine Schlüsselzuweisungen mehr. Mehr noch: Nach dem Solidarprinzip muss Lohmen im kommenden Jahr an Land und Landkreis je 14,5 Prozent der Einnahmen abführen. "Aber vorrangig wollen wir das Geld in unserer Gemeinde einsetzen", betont Bürgermeister Dikau und nennt als Beispiele die Modernisierung des Kindergartens sowie den Straßenbau.

Kommunen größtenteils auf Unterstützung angewiesen

Steuerstarke Gemeinden sind selten in Mecklenburg-Vorpommern. Gallin zum Beispiel profitiert vom riesigen Logistikpark an der Landesgrenze zu Schleswig-Hostein oder Poppendorf bei Rostock vom Yara-Düngemittelwerk. Rund 370 Millionen Euro steuern in diesem Jahr die Unternehmen im Land zur Finanzierung der Kommunen bei. Im Ost-West-Vergleich ist das wenig, so der gerade vorgestellte Kommunalfinanzbericht 2012 des Landesrechnungshofes. Die meisten Städte und Gemeinden sind von Finanzhilfen des Landes abhängig.

Dieses Thema im Programm:

Mittagsschau kompakt | 15.12.2012 | 12:00 Uhr

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