Stand: 12.10.2018 17:00 Uhr

Gesund Essen: Start-Up-Dorf Rothenklempenow

Rothenklempenow, ein kleiner Ort an der polnischen Grenze, entwickelt sich zum Start-Up-Zentrum für Lebensmittelproduzenten. Die Region blickt auf eine lange landwirtschaftliche Tradition zurück und doch fanden viele Höfe keine Nachfolger mehr. Mit der Bioboden-Genossenschaft hat sich das schlagartig geändert. Ähnlich wie die solidarische Landwirtschaft kauft sie bundesweit Agrarbetriebe mit dem Geld der Genossenschafter auf und rüstet sie auf Bio um. Die so entstandene Höfegemeinschaft-Pommern profitierte davon und erlebt nun den Zuzug von jungen Gründern, die mit neuen Ideen Lebensmittel aus und in der Region produzieren und vermarkten.

Ein junger Unternehmer im Intervierw

Landwirtschaftliche Start-ups in MV

Nordmagazin -

Rothenklempenow entwickelt sich zum Zentrum für Lebensmittelproduzenten. Start-ups finden dort günstige Produktionsbedingungen und gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze.

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Ernährung ist ein Zukunftsthema

Der Geschäftsführer der Höfegemeinschaft-Pommern, Tobias Keye, macht sich für die Landwirtschaft in der Region und gesunde Ernährung stark. Sein Ziel ist es, junge Menschen und Ideen nach Rothenklempenow zu holen, um die Region weiter zu stärken. Nachwuchs und Mitstreiter gewinnen ist das erklärte Ziel. Zum Beispiel unter den Studenten der Lebensmitteltechnologie und Agrarwissenschaften aus Neubrandenburg, die das Dorf an diesem Tag besuchen.

Anpacken statt Abwandern

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Tobias Keye ist Geschäftsführer der Höfegemeinschaft-Pommern und setzt sich für gesunde Lebensmittel und die Region ein.

Gestikulierend steht Keye vor den jungen Leuten, im Hintergrund das Dorf: "Landwirtschaft und Ernährung ist ein Zukunftsthema. Das können wir nicht alleine machen. Da brauchen wir gute Ideen und Zusammenarbeit", erklärt Keye. "Hier in dem kleinen Dorf an der polnischen Grenze wird Zukunft gemacht". Die Studenten sollen nicht abwandern, sondern mit Enthusiasmus und Knowhow die Region stärken.

Fertiggerichte in Bio-Qualität

Bereits drei Start-Ups aus der Lebensmittelherstellung haben sich auf dem Campus angesiedelt: "Lunch Vegaz" waren die Ersten, die erkannten, dass das, was dort vom Acker kommt guten Gewissens zu Lebensmitteln verarbeitet werden kann. Das Unternehmen stellt vegetarische Fertiggerichte in Bio-Qualität her.

Fleisch von "glücklichen" Kühen

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"Komm, wir teilen uns eine Kuh" heißt es auf der Website des jungen Unternehmens, das Wert auf regionale Wertschöpfung legt.

Das Fleisch von "Besserfleisch" hilft regionalen Bauern zu einer lukrativen Vermarktung ihrer Rinder im Internet - Cow-Sharing heißt das Prinzip. Etwa 40 Menschen bestellen ihr Fleischpaket im Netz, erst dann wird die Kuh geschlachtet. Bereits 2.500 Kunden hat Besserfleisch bislang und verkauft jede Woche ein ganzes Rind, das portioniert und gekühlt überall hin verschickt wird.

Maistortillas für die Hauptstadt

Auch "Tlaxcalli" ist begeistert vom Standort Rothenklempenow. Das neu gegründete Unternehmen wird hier zukünftig Mais-Tortilla-Chips und Tortillas für die "Erste Bio-Tortilleria Europas" in Berlin produzieren. "Wir haben hier den perfekten Mais gefunden und werden von der Gemeinde unterstützt", so Geschäftsführer Daniel Möhler.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.10.2018 | 19:30 Uhr

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