Prerow und Trassenheide: Dauercamper müssen weichen

Stand: 04.10.2022 16:00 Uhr

Es herrscht Unmut bei Campern in Vorpommern. Auf dem Darß und auf der Insel Usedom sind Kündigungen ausgesprochen worden. Zum einen geht es um das traditionsreiche "Regenbogencamp" in Prerow und zum anderen um den Campingplatz "Ostseeblick" in Trassenheide.

Bereits seit Jahren gibt es Diskusssion darüber, dass der Campingplatz in Prerow mitten im Nationalpark liegt - ein Teil sogar in der Kernzone. Genau dort soll nun nicht mehr gecampt werden. Im März hat nämlich die landeseigene Stiftung für Umwelt und Naturschutz die Flächen gekauft und macht nun wahr, worüber seit vielen Jahren nur gesprochen wurde. 400 Dauercamper haben zum Monatsende die Kündigung erhalten. Sie müssen jetzt in kürzester Zeit alles abbauen, was sie meist über Jahrzehnte aufgebaut haben. Viele Wohnwagen haben gar keinen TÜV mehr, müssen deshalb weggeschleppt werden.

Stiftung drückt auf das Tempo

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern hat die Fläche neben dem Nationalpark gekauft und will, dass die Camper schnell verschwinden. Auch der Verpächter selbst, die Regenbogen AG, ist von dem Tempo überrascht. Der Betreiber sagt, dass sie seit vielen Jahren mit dem Nationalpark im Gespräch darüber sind, wann und wie sie das Areal in der Kernzone freiräumen. Dass nun aber schon bis Ende Oktober alle 400 Dauercamper wegmüssen, überrascht. Wer es in der Kürze der Zeit nicht schafft, hat noch einen kleinen Puffer bis Jahresende. Dafür werden dann aber 750 Euro fällig.

Dauercamper in Trassenheide können sich neu bewerben

Auch in Trassenheide auf Usedom gibt es Ärger, weil allen Dauercampern gekündigt wurde. Dort ist der Eigenbetrieb der Gemeinde Trassenheide der Betreiber vom "Campingplatz Ostseeblick". Auf Nachfrage des NDR hieß es von der stellvertretenden Leiterin, Stefanie Pflock, es gehe auf dem Platz vor allem um das Thema Brandschutz. Im Laufe der Jahre haben sich die Vorschriften für Abstände zwischen einzelnen Wohnwagen geändert. Daher habe man nun allen 75 Dauercampern zum 31. Dezember kündigen müssen. Zudem müsse man über die Wintermonate dringend an etlichen Bäumen den Schnitt vornehmen. Das sei mit Wohnwagen darunter beinahe unmöglich. Aber, so die stellvertretene Leiterin, die Dauercamper könnten sich für die neue Saison erneut bewerben. Allerdings würden in der kommenden Saison deutlich weniger Plätze zum Dauercampen zur Verfügung stehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 04.10.2022 | 17:15 Uhr

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