Mehr als 8.000 Besucher bei Landeserntedankfest in Ferdinandshof

Stand: 02.10.2022 20:59 Uhr

In Ferdinandshof bei Torgelow ist am Sonntag das diesjährige Landeserntedankfest gefeiert worden - mit Gottesdienst, Festumzug und Übergabe der Erntekrone an Schirmherrin Manuela Schwesig (SPD). Mehr als 8.000 Besucher kamen.

Nach einem Gedenkgottesdienst mit dem Greifswalder Bischof Tilman Jeremias und der Übergabe der gold-gelb blau geschmückten Erntekrone an Ministerpräsidentin Schwesig setzte sich der drei Kilometer lange Festumzug in Bewegung. Rund 600 Mitwirkende aus den Dörfern rund um Ferdinandshof präsentierten, wie sich das Dorf seit seiner Gründung 1705 entwickelt hat. In dem Ort mit heutzutage rund 2.700 Einwohnern wurde unter anderem Glas geblasen und wird bis heute Landwirtschaft betrieben. Das spiegelten die vielen liebevoll gestalteten Schaubilder wider. Es seien so viele Zuschauerinnen und Zuschauern beim Umzug, wie es Ferdinandshof seit langem nicht mehr erlebt habe, sagte Bürgermeister Gerd Hamm.

Schwesig: Landwirtschaft hat in MV Tradition

Zur Sprache kam auch die aktuelle Situation der Landwirte, die trotz guter Getreideernte unter den hohen Energiepreisen leiden. Die Landwirtschaft mit ihren rund 4.700 Betrieben sei modern, leistungsfähig und zugleich nachhaltig, sagte Schwesig. "Nirgendwo in Deutschland wird ein so hoher Anteil an Flächen ökologisch bewirtschaftet." Der Nordosten sei ein traditionsreiches Agrarland, sagte Schwesig. "Bis heute ist die Land- und Ernährungswirtschaft eine der bedeutendsten Branchen unserer Wirtschaft."

Gute Ernte für Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern wurden ersten Erhebungen zufolge 4,1 Millionen Tonnen Getreide und 781.000 Tonnen Raps in guten Qualitäten geerntet. Der durchschnittliche Getreideertrag lag mit 76,7 Dezitonnen je Hektar 12,9 Prozent über dem Mittel der Jahre 2016 bis 2021. Der Rapsertrag lag mit 40,6 Dezitonnen je Hektar sogar 25,2 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings fielen die Erträge regional sehr unterschiedlich aus.

Backhaus: Gerechtere Verteilung der Krisen-Lasten zugunsten des ländlichen Raumes

Agrarminister Backhaus forderte eine höhere Wertschätzung für ländliche Regionen. Der Minister begrüßt zwar den vom Bund geplanten Rettungsschirm von 200 Milliarden Euro zur Dämpfung der Strom- und Gaspreise, es seien jedoch weitere Maßnahmen nötig. Dazu gehöre vor allem eine gerechtere Verteilung der Krisen-Lasten zugunsten des ländlichen Raumes. "Der ländliche Raum, gerade in Mecklenburg-Vorpommern, versorgt das Land mit sauberer Energie durch Solaranlagen, Windkraft und Biomasse. Die Menschen vor Ort haben aber nur selten einen Vorteil davon", so Backhaus. Bewohner ländlicher Regionen müssen in Norddeutschland wegen hoher Netzentgelte bislang überdurchschnittlich viel für Strom bezahlen.

Außerdem forderte Backhaus eine insgesamt höhere Wertschätzung für ländliche Regionen. Die Versorgung mit Nahrungsgütern werde häufig als selbstverständlich hingenommen, das sei sie aber nicht. "Hinter den vollen Supermarktregalen stecken harte Arbeit und unternehmerische Risiken", betonte er. Zugleich warb Backhaus für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. In Deutschland landen rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, vieles davon noch genusstauglich, während weltweit mehr als jeder zehnte Mensch hungere. "Das ist ein Skandal", so Backhaus.

Buntes Unterhaltungsprogramm

Den mehr als 8.000 Besuchern wurde ein buntes Programm geboten. Moderiert wurde der Festumzug unter anderem von NDR 1 Radio MV Moderator Ralf Markert. Auch NDR Telefonspaßvogel Leif Tennemann sorgte auf einer der vier Bühnen für gute Stimmung. Außerdem gab es auf dem Fest einen Markt mit regionalen Produkten, eine Tierschau und eine Technikausstellung. Der Gastgeber für das Landeserntefest 2023 ist Tessin im Landkreis Rostock.

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 02.10.2022 | 19:30 Uhr

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