Themenbild: Ein Surfer fährt während eines aufziehenden Gewitters auf dem Meer. © picture alliance dpa Foto: Peter Steffen

BUND will strengeren Naturschutz für Wismarbucht

Stand: 09.06.2021 15:28 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will Teile der Wismarbucht als Naturschutzgebiet ausweisen. Seit Jahren gibt es dort Streit um den Wassersport.

Wassersportler stören nach Ansicht des BUND die Natur zu sehr, vor allem brütende und rastende Vögel. Wären Teile der Bucht Naturschutzgebiete, dann wäre das Befahren mit Booten dort nur noch sehr eingeschränkt und zum Beispiel das Kite-Surfen an diesen Stellen gar nicht mehr erlaubt. Bei Verstößen gäbe es Strafen, die die Wassersportler natürlich nicht wollen. Seit 30 Jahren wird in der Region gesurft und noch länger gesegelt. Derzeit sind dort auch Stehpaddler unterwegs. Der Naturschutz sei dem Verein wichtig, betonte zum Beispiel der Vorsitzende des Wismarer Surfvereins, Frank Weinkauf.

Einheimische halten sich weitgehend an freiwillige Vereinbarung

Seit 15 Jahren gibt es eine freiwillige Vereinbarung, die alles regeln soll. Um Flora und Fauna zu schützen, soll demnach ein großer Teil der Bucht nicht mehr befahren werden. Umweltverbände, also auch der BUND, hatten die Vereinbarung unterschrieben und auch fast alle Wasser-Sportvereine in der Region. Der Bucht-Ranger Jürgen Weigel, der die Einhaltung der Vereinbarung kontrolliert, sagte NDR 1 Radio MV, dass sich zum Beispiel im Bereich Groß Strömkendorf 98 Prozent der Einheimischen daran halten. Probleme gäbe es nur mit Menschen, die nicht aus der Region kämen, und da habe er keine rechtliche Handhabe. Einen Platzverweis könne er zum Beispiel nicht aussprechen, da die Regeln freiwillig seien. Viele Beteiligten wollen, dass Wassersportler und Natur friedlich co-existieren können. Der Buchtranger und der Vorsitzende des Wismarer Surfverein werben deshalb dafür, miteinander zu reden und Kompromisse zu finden.


09.06.2021 15:42 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es, der Ranger bestätige die Einhaltung der Vereinbarung für die ganze Bucht. Das bezog sich aber nur auf den Bereich um Groß Strömkendorf. Außerdem hieß es, dass der BUND große Teile der Wismarbucht als Naturschutzgebiet ausweisen lassen will. Und dass dort keinerlei Wassersport mehr möglich sein soll. Richtig ist: Der BUND möchte Teile der Bucht als Naturschutzgebiete ausweisen lassen und dort soll Wassersport nur unter strengen Regeln möglich sein.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.06.2021 | 07:00 Uhr

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