Stand: 13.07.2020 09:55 Uhr

Schulze zum Klimaschutz: "Es geht weiter nach vorne"

Der Klimaschutz soll ein Teil der deutschen EU-Ratspräsidentschaft werden. Das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche vor dem Europäischen Parlament angekündigt. Allerdings werde man dabei keine Arbeitsplätze riskieren. Durch die Pandemie stecke Europa ohnehin schon in der Rezession. Für Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist trotzdem klar, dass die bisherigen Klimaschutzziele erhöht werden müssen. Sie hat sich im Interview auf NDR Info für ein Festhalten am "Green Deal" und der drastischen Senkung von Treibhausgasen ausgesprochen.

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Umweltministerin Schulze will dafür sorgen, dass der EU-Hilfsfonds in der Corona-Krise mit Klimaschutzzielen verknüpft wird.

Auch in der Corona-Krise gilt für Bundesumweltministerin Schulze: Der "Green Deal" bleibt. Sie sieht die europäische Nachhaltigkeitsstrategie als ein gutes Dach, unter dem nun gearbeitet werden könnte. Die Sozialdemokratin geht davon aus, "dass alles, was die EU jetzt tut für Klimaschutz und für Biodiversität auch einzahlen muss". Damit sei die Grundrichtung während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft schon gesetzt. Schulze zeigte sich im Interview erleichtert. "In früheren Krisen - man denke einmal zurück an die Finanzmarktkrise - da wäre vollkommen klar gewesen, dass der Klimaschutz einfach nach hinten gerutscht wäre. Das ist jetzt nicht der Fall. Es geht weiter nach vorne."

Corona-Hilfsfonds an Klimaschutz binden

Auch dass der Corona-Hilfsfonds an den Klimaschutz geknüpft werden muss, ist für die Bundesumweltministerin gesetzt. Wenn jetzt investiert werde, dann müsse es das Geld in die richtige Richtung fließen. "So wie wir in Deutschland unser Konjunkturprogramm auch mit Klimaschutz verbunden haben, so muss uns das auch auf der europäischen Ebene gelingen", sagte Schulze.

Klimaneutral bis 2050

Zentral ist für die Sozialdemokratin auch die Reduktion von Kohlendioxid. "Wir wollen Mitte des Jahrhunderts, 2050, treibhausgasneutral sein, also nur so viel CO2 emittieren, wie wir dann auch wieder binden können", sagte Schulze. Um das zu schaffen, müssten auch die Zwischenziele stimmen. "Man kann ja nicht sagen, bis 2030 reduzieren wir nur 40 Prozent und die restlichen 60 Prozent schaffen wir in 20 Jahren. Das geht nicht." Schulze ist überzeugt davon, dass die klaren Ziele für die Industrie von großem Vorteil seien. Die Unternehmen könnten sich dadurch rechtzeitig auf die Vorgaben einstellen.

Das Interview zum Nachhören
26:27

Kann es Merkel richten? Deutschland übernimmt das Ruder in der EU

Ein riesiger Corona-Rettungstopf soll die EU-Wirtschaft retten. Dafür sollen die Staaten gemeinsam Schulden aufnehmen. Das ist umstritten. Kann Deutschland die EU einen? Audio (26:27 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 13.07.2020 | 07:50 Uhr