Stand: 22.12.2020 09:46 Uhr

Montgomery: Lockdown könnte länger dauern

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt weiter auf einem hohen Niveau. Es sei jetzt besonders wichtig, die Regeln konsequent einzuhalten, sagt Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes. © picture alliance/Guido Kirchner/dpa Foto: Monika Skolimowska
Weltärztepräsident Montgomery hält es für wahrscheinlich, dass das mutierte Corona-Virus Deutschland erreicht hat.

Er wolle niemandem das Weihnachtsfest vermiesen, aber "ich glaube, wir werden diskutieren müssen, ob man den Lockdown nicht verlängert", sagte Montgomery auf NDR Info. Der Lockdown gilt vorerst bis zum 10. Januar. Er solle ja aufgehoben werden, wenn ein Inzidenzwert von 50 erreicht sei. "Momentan bewegen wir uns in die andere Richtung und sind praktisch viermal so hoch." Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland laut RKI bei fast 198. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Hilft Impfung gegen mutiertes Virus?

Die Frage, ob der gerade zugelassene Covid-Impfstoff auch vor der neu entdeckten Variante des Coronavirus schützt, könne er nur theoretisch beantworten, so der Weltärztepräsident. Er habe keine weitreichenden Informationen, aber er glaube, es gebe Grund zum Optimismus. Es handele sich ja um eine Mutation an den äußeren Eiweißanteilen des Virus. Von der Theorie her besitze der Impfstoff also noch viele Angriffspunkte, sagte Montgomery. Wenn auch die Mutation bereits Deutschland erreicht habe, würde ihn das nicht wundern.

"Wir haben es selbst in der Hand"

Der Weltärztepräsident rief auch angesichts der ansteckenderen Corona-Variante dazu auf, sich an die Lockdown-Regeln zu halten. Die wichtigste sei, zu Hause zu bleiben und sich selbst und andere keinem Risiko auszusetzen. Noch verhielten sich viele nicht vorsichtig genug, so Montgomery.

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NDR Info | Infoprogramm | 22.12.2020 | 07:50 Uhr

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