NDR Info - Redezeit

Inflation und kein Ende in Sicht - was schafft jetzt Entlastung?

Donnerstag, 08. September 2022, 20:33 bis 22:00 Uhr

Ein Einkaufswagen in einem Supermarkt in Hannover. © NDR Foto: Julius Matuschik

Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr und eine Trendwende scheint nicht in Sicht. Im August lag sie bei 7,9 Prozent. Noch, muss man wohl sagen: Die Bundesbank etwa geht davon aus, dass die Inflation in diesem Herbst auf zehn Prozent steigen dürfte. Darauf deutet auch eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts hin. Demnach will fast jedes zweite deutsche Unternehmen in den kommenden drei Monaten die Preise erhöhen – allen voran in der Lebensmittelbranche.

Welche Preissprünge kann die Politik wirklich abfedern?

Die Politik zeigt sich um Entlastung bemüht, auch wenn durchgängig betont wird, dass nicht alle Belastungen in der Folge des Ukraine-Krieges staatlich abgefedert werden können. Wo liegt die angemessene Balance?
Das dritte Entlastungspaket der Ampelkoalition wird als „wuchtig“ beschrieben: Rund 65 Milliarden Euro sind eingeplant. Profitieren sollen diesmal auch Rentnerinnen und Rentner sowie Studierende. Im Konzept stehen Steuererleichterungen und eine Erhöhung der Grundsicherung sowie des Kindergelds. Vorgesehen ist auch eine Strompreisbremse für einen bestimmten Basisverbrauch. Der Zeitplan dafür scheint unklar, ebenso in Bezug auf einen möglichen bundesweiten Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket im Nahverkehr.

Wird die Teuerung zum langfristigen Problem?

Nach einer Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) haben die Kleinverdiener bisher am wenigsten von den Hilfsprogrammen profitiert. Sind die Entlastungspakete also zielgenau gepackt? Wo gilt es nachzubessern?
Die Notenbanken haben sich lange im Kampf gegen die Inflation zurückgehalten und sie offenbar eher als kurzfristiges Phänomen gesehen. Das hat sich geändert: die amerikanische Notenbank hat die Zinsen bereits kräftig angehoben. Die Europäische Zentralbank ist eher zurückhaltend. Was könnten ihre möglichen nächsten Zinsschritte kurz- und mittelfristig ausrichten?
Was können wir gesellschaftlich tun? Braucht es mehr Solidarität, um den gesellschaftlichen Folgen der Preisexplosion zu begegnen? 

Redezeit-Moderatorin Birgit Langhammer begrüßte im Studio:

Björn Försterling
stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP in Niedersachsen

Prof. Dr. Alexander Kritikos
Ökonom und Forschungsdirektor „Entrepreneurship“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin

Eva Maria Welskop-Deffaa
Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Volkswirtin

 

 

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