Stand: 10.01.2020 15:24 Uhr

Wahl-Umfrage: Grüne Freude, roter Kampfgeist

SPD 29 Prozent, Grüne 29 Prozent: Gut sechs Wochen vor der Bürgerschaftswahl liegen die beiden Hamburger Koalitionsparteien inzwischen gleichauf - das hatte eine aktuelle Umfrage des NDR am Donnerstag ergeben. Die Machtverhältnisse im Rathaus würden sich also deutlich verschieben, wenn am nächsten Sonntag Bürgerschaftswahl wäre.

"Der Wahlkampf beginnt jetzt!"

Für Grünen-Parteichefin Anna Gallina rückt damit das Ziel Grün-Rot in greifbare Nähe. Immer mehr Menschen würden die Dringlichkeit beim Klimaschutz sehen und auf das grüne Original setzen. Kämpferisch zeigte sich SPD-Landesparteichefin Melanie Leonhard: "Der Wahlkampf beginnt jetzt!", erklärte sie am Donnerstag. Die SPD habe konkrete Pläne und könne sie umsetzen.

CDU strebt "Deutschland-Koalition" an

Das rot-grüne Duell gehe auf Kosten anderer Parteien, meinte CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg, dessen Partei aktuell bei 15 Prozent liegt. Parteichef Roland Heintze sagte dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen, wer Rot-Grün nicht mehr wolle, müsse die CDU stark machen. Seine Präferenz sei eine "Deutschland-Koalition" mit CDU, SPD und FDP.

Linke wollen zweistellig werden

Die Linken wollen sich nicht mit den aktuell 9 Prozent zufrieden geben, sondern ein zweistelliges Ergebnis erreichen, erklärte Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus. FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels sieht in den 7 Prozent für ihre Partei eine hervorragende Ausgangsbasis. Von AfD-Spitzenkandidat Dirk Nockemann hieß es, die Umfrage bestätige mit 7 Prozent für seine Partei, dass man mit den Themen Verkehr und Wohnen richtig liege.

Neben einem Bündnis von SPD und Grünen wären Dreikoalitionen mit CDU und FDP möglich, sowohl mit der SPD als auch mit den Grünen.

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Direktwahlfrage: Tschentscher am populärsten

Peter Tschentscher (SPD) und Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), lächeln bei einem Fototermin auf der Bühne im Hotel Atlantic.  Foto: Christian Charisius
Bei Direktwahlen bekäme Peter Tschentscher 50 Prozent der Stimmen, Katharina Fegebank 25 Prozent.Abendblatt" auf der Bühne im Hotel Atlantic.

Klar vorn läge die SPD, würde der Bürgermeister direkt gewählt werden: Hier ist Amtsinhaber Peter Tschentscher der Favorit der Hamburgerinnen und Hamburger, 50 Prozent würden ihm ihre Stimme geben. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Fegebank, bekäme mit 25 Prozent nur halb so viele Stimmen. Dabei findet Tschentscher bei den Anhängerinnen und Anhänger der SPD einen größeren Rückhalt (81 Prozent) als Fegebank im Lager der Grünen (59 Prozent).

 


10.01.2020 15:23 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir einen Fehler in der Grafik "Gewinne und Verluste im Vergleich zur Bürgerschaftswahl 2015" gemacht. Die AfD hat 0,9 Prozentpunkte gewonnen und nicht verloren. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.

 

Weitere Informationen
Peter Tschentscher und Katharina Fegebank (Bildmontage)  Foto: Christian Charisius, SvenSimon

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2020 | 06:00 Uhr