Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) spricht bei einer Presskonferenz. © picture alliance / Flashpic Foto: Jens Krick

Vor dem Corona-Gipfel: Tschentscher positioniert sich

Stand: 10.08.2021 06:13 Uhr

Es liegt eine Menge Arbeit vor ihnen: Heute wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, wie es in der Corona-Krise weitergeht. Vor der Videoschalte gibt es die unterschiedlichsten Vorschläge - auch aus Hamburg.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält sich meistens mit öffentlichen Forderungen vor diesen Treffen zurück - dieses Mal aber spricht er Klartext. Nach seiner Einschätzung geht von Ungeimpften ein größeres Infektionsrisiko als von Geimpften aus.

Anpassung der Testpflicht?

Schnelltests, deren Ergebnisse 24 oder 48 Stunden gültig sind, würden deshalb kaum etwas bringen. Nur PCR-Labortests würden Sicherheit bieten - für Ungeimpfte wären sie aber mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Es dürfte ihm also vor allem darum gehen, den Druck auf Ungeimpfte zu vergrößern.

Bleibt die Inzidenz der Richtwert?

Gleichzeitig steht Tschentscher aber auch selbst unter Druck: Die Corona-Kurve in Hamburg zeigt wieder steil nach oben. Und die Frage ist, ob die Stadt darauf bald mit neuen Verschärfungen reagieren muss. Denn noch ist die Inzidenz wichtigste Richtschnur in der Corona-Politik. Bei der Videoschalte der Länderchefs mit der Kanzlerin geht es auch darum, ob das weiterhin so bleibt.

UKE-Mediziner Kluge für Ampelmodell

Der Chef der Intensivmedizin am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, sagte am Montag im Gespräch mit dem Hamburg Journal: "Ich denke, wir müssen uns sicherlich auf die Inzidenz weiter verlassen, aber auch auf weitere Parameter." Er verwies auf ein Berliner Ampel-Modell, das die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten, die Sieben-Tage-Inzidenz und das Infektionsgeschehen in den letzten Wochen einfließen lasse. "Je nach Auslastung dieser Parameter wird an einer Ampel geschaltet: Grün, Gelb oder Rot. Und dann sind unter Umständen auch Maßnahmen wieder zu ergreifen."

In Hamburg gebe es momentan sehr viele Infektionen in den jüngeren Bevölkerungsschichten von 15 bis 30 Jahren. "Hätten wir viel Infektionsgeschehen bei den über 40-Jährigen, dann erwarten wir natürlich mehr Intensivpatienten", sagte Kluge. "Im Moment ist das allerdings noch gut beherrschbar und sehr übersichtlich."

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.08.2021 | 19:30 Uhr

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